Mit dem Marco Polo durch Deutschland, Italien und Frankreich 2017

Seit März 2016 haben wir uns den Mercedes Marco Polo zugelegt und haben damit unsere Urlaube durch eine weitere Facette ergänzt. Statt einer typischen Radreise suchen wir nun auch mal den Campingplatz auf und fahren Tagesrunden vom Standort.

  1. Tag 07.07.2017

Abfahrt gegen 16:00h Richtung Süden bis zum Holzlagerplatz zwischen Autobahnabfahrt Hünfeld/Schlitz und Fulda. Je weiter wir nach Süden kommen, um so wärmer wird es. Auf der Gegenseite der Autobahn Kolonnen von Polizeimannschaftswagen, die nach Hamburg zu den Krawallen zum G20 wollen. Übernachtung ist nicht ganz ruhig. Schöner Platz, aber Lärm durch die nahe ICE-Strecke.

 

  1. Tag 08.07.2017

Weiterfahrt. Wir wollen endlich einmal in den Steigerwald und fahren  bis Ebrach, wo wir einerseits einen schönen Campingplatz beziehen und andererseits bei einem Dorfbummel das Lokal in einem aufgelassenen Bahnhof wiederfinden, wo wir früher mit den Kindern zu Abend gegessen hatten (mit frischen Pfifferlingen). Wir hängen ein bischen ab und kochten uns Spaghetti Bolognese.

 

  1. Tag 09.07.2017

Heute soll es mit dem Rad nach Bamberg gehen. Nach dem Frühstück geht es los:

Strecke: Ebrach – Untersteinbach – Falsbrunn – Priesendorf – Stegaurach – Bamberg – Roßdorf – Lembach – Falsbrunn – Neudorf – Ebrach

Entfernung: 87,8 km

Wetter: Sonnig, ca 31°C

Viele Steigungen über drei Hügelzüge hin und das ganze noch einmal zurück. Bamberg ist eine hübsche Stadt. Schade, daß man die Bierspezialitäten, Bamberg hat neun Brauereien, aufgrund der Hitze nicht genießen konnte.

 

 

  1. Tag 10.07.2017

Aufgrund der Wetterlage sind wir etwas unsicher. Weiterreisen oder bleiben. Wir entschieden uns für eine Radtour nach Burgebrach und zurück auf dem Bahnradweg. Strecke: 42km. In Burgebrach haben wir den Reifen von Christels Hinterrad beim dortigen Fahrradgeschäft aufgepumpt. Es läßt Luft. Der Inhaber hat extra für uns kurz für eine Luftpumpe aufgemacht und ich habe noch einen Ersatzschlauch gekauft, weil ich meinen zu Hause nicht eingepackt hatte. Stattdessen habe eine Schachtel mit Pedale eingepackt, wie sinnig.  Zurück auf dem Campinplatz habe ich das Winzloch geflickt.

Nach Kaffee und Kuchen packten wir unsere Siebensachen und machten uns Richtung Gardasee auf. Wir fuhren bis südlich von München und campierten im uns bekannten Hofoldinger Forst. Einige Wege darf man befahren und so einen haben wir uns ausgesucht und einen kleinen, abgehenden Forstweg ausgesucht, wo wir nicht stören werden. Kaum hatten wir den Marco Polo abgestellt, fing es an zu regnen. Anfangs schüttete es gerade zu, ließ dann aber nach und hörte ganz auf. Zu essen gab es Nudeln mit übriggebliebener Sauce Bolognese. Beim Prasseln des Regens auf dem Dach schmeckte es noch leckerer.

 

  1. Tag 11.07.2017

Am Morgen werden wir mit Sonne geweckt und wir fragen uns, ob unser Entscheid zum Gardasee zu fahren, richtig war. Wir packten alles zusammen und fuhren Richtung Miesbach um einen Bäcker zu finden. So schön präsentierte sich die oberbayrische Landschaft, aber am Himmel waren bald erste Quellwolken zu sehen und der Wetterbericht im Rundfunk verhieß auch nichts Gutes. Wir blieben bei unserer Entscheidung und fuhren an den Gardasee. Einen Campingplatz, Schattenplatz unter Olivenbäumen fanden wir bald an der Ostseite des Gardasees. Leider an der Durchgangsstraße und unsere Hoffnung, daß es nachts ruhiger wird, trog. Jedenfalls haben wir in einem schönen, ein wenig abgelegenen Restaurant gut gegessen.

 

Wetter: Erst sonnig, dann am Nachmittag etwas Gewitter mit Regen und danach wieder sonnig. 30°C.

 

  1. Tag 12.07.2017

Wir sind aufgebrochen haben uns einen wunderschönen, abseits der Straße, höher gelegenen Campingplatz südlich von Casteletto di Brenzone aufgesucht. Den Marco Polo campingfertig gemacht und unsere Räder genommen und nach Süden am Gardasee bis Bardolino und zurückgefahren. Ein bischen in die Geschäfte von Garda in den schmalen Gäßchen geschaut und in Bardolino direkt am See in einem kleinen Bistro einen Snack genommen. Meistenteils habe wir die Straßen genommen, nach Garda konnten wir direkt am See auf der „Promenade“ fahren. Unterwegs haben wir zweimal zum Baden angehalten. Herrlich erfrischend.

 

Wetter: Sonnig 30°C

 

  1. Tag 13.07.2017

Der Tag beginnt wieder mit viel Sonne und Wärme. Die Fahrräder bleiben heute auf dem Campingplatz stehen und wir brechen zu einer kleinen Wanderung auf. Direkt nach dem Ausgang geht es rechts auf einem schmalen mit buckligen Pflaster befestigten Weg bergaufwärts.

Diese schmalen, für Eseltransporte, hergestellte Wege sollten uns auf unserer Wanderung begleiten. Über das Künstlerdorf Campo, San Antonio delle Pontare nach Sommavilla zum See hinunter und daran zurück.

 

Die Hitze und die steilen Wege schafften uns. Aber wir hatten wunderschöne Ausblicke auf den See und die unter uns liegenden Orte.

In Assenza haben wir uns eine große Portion Eis gegönnt, bevor wir uns auf den Weg auf der Uferpromenade machten.

 

Zum Abend gab´s unser leckeres Matschepasche (gedünstetes mediterranes Gemüse, Salami darin und Reis).

 

  1. Tag 14.07.2017

Es sind wieder die Fahrräder gefragt, aber auch eine kleine Wanderung soll eingebaut werden. Wir nehmen die Fähre von Castelletto di Brenzone und schippern nach Limones. Hat nichts mit Zitronen zu tun, aber mit viel Touristen. Der Name kommt von Limes (Grenze). Aber trotzdem werden dort alle möglichen Zitronenprodukte angeboten. Wir stellen am Hafen die Räder ab und starteten unsere kleine Höhenwanderung oberhalb des Städtchens mit schönen Ausblicken. Zurück und mit einem Eis gestärkt traten wir mit dem Fahrrad den Rückweg über Riva del Garda an. Auf der leider viel befahren Straße ging es durch Tunnel, Galerien zum Campingplatz. Einen Regenschauer nahmen wir auch noch mit. Abends suchten wir wieder das Restaurant „De Umberto“ aus. Leckeres Essen und doch günstig.

Strecke: 42km (Fahrrad)

 

Wetter: Heiter bis wolkig, Schauer; 25°C

 

  1. Tag 15.07.2017

Wir verlassen den schönen Campingplatz und fahren zur Westseite des Gardasees und finden bei Manerba einen schönen, am See gelegenen Campingplatz. Heute wollen wir einmal einen Ruhetag einlegen. Was heißt Ruhetag; wir sind doch für ein kleine Runde aufgebrochen. Wenn es auch nur 8km waren, so ging es doch ziemlich bergauf und bergab zum Dörfchen San Felice die Benaco. Typisches italienisches Dorf mit allen kleinen Läden, die der Dorfbewohner braucht. Und herrlich: Ohne Touristen.

 

 

  1. Tag 16.07.2017

Für heute ist eine Fahrradtour geplant. Wir fahren zuerst über den Hügel nach Salo und tauchen in die Innenstadt mit einer schönen Einkaufsstraße ein, danach geht es an der Promenade weiter mit einem schönen Blick auf die Bucht. Leider müssen wir weiter nach Maderno auf der viel befahrenen Straße, die rund um den Gardasee führt. Es war eine einzige Blechkrötenwanderung in beiden Richtungen. In Maderno ging es dann rechts bergauf auf einer steilen Straße, die anfangs noch mit ca. 12° Steigung machbar war, aber bald 20° steil wurde. Nun hieß es schieben durch eine schöne und grüne Bergwelt. Nach einiger Zeit hatten wir den Scheitelpunkt erreicht und konnten uns hinabrollen lassen. Schöne Ausblicke hatten wir reichlich. Eine Abzweigung verpaßten wir und kamen am Beginn des Abbiegens wieder heraus. Dadurch hatten wir dann zur Bestrafung einige Kilometer mehr auf der „Todesstraße“ bis Salo. Von dort fuhren wir eine schönere Strecke über Portese zum Campingplatz zurück. Abends kehrten wir im Restaurant auf dem Campingplatz ein. Leckers Essen für schmales Geld.

Strecke:  43km

Wetter: Sonnig, ca 29°C

 

  1. Tag 17.07.2017

Gestern Fahrrad, heute wurden die Wanderschuhe geschnürt. Vom Campingplatz marschierten wir am See Richtung Porto Torchia, bogen aber vorher nach Pieve Vecchia ab. Von dort ging´s weiter nach Manerba des Garda über kleine Straßen und Dörfchen. Touristen in ihren Blechdosen haben wir kaum gesehen, dafür entzückende Gassen und viel Grün.

Zuletzt ging es in ein kleines Naturschutzgebiet auf den Punta Sasso. Einem Aussichtspunkt direkt an den Klippen mit Blick auf den See und wir konnten unseren Campingplatz anhand des Restaurants und umstehenden Zypressen ausmachen. Danach steil hinunter an den Strand und am Porto del Torchia setzten wir uns an eine kleine Snackbar und schauten bei Eis und Bruschetta den Kapitänen beim Ein und- Ausslippen ihrer Motorboote zu.  Den Rest des Weges zum Campingplatz am Strand entlang schafften wir dann auch noch.

 

  1. Tag 18.07.2017

Wir verlassen den Campingplatz und wollen südlich Alessandria uns eine nicht zu bergige Landschaft mit Campingplatz suchen. Aber wir wurden nicht fündig. Weder das eine noch das andere konnten wir auftreiben. Wir sind aber trotzdem einen schönen Pass gefahren und haben dann beschlossen, Richtung Cuneo nach Frankreich weiterzufahren. Bei Alba fanden wir die Landschaft sehr schön, hügelig, aber nicht zu steile Berge und haben uns dort einen Campingplatz gesucht und gefunden. Morgen soll es dann mit dem Rad in die Landschaft gehen.

 

  1. Tag 19.07.2017

Ausnahmsweise gibt es hier keine Brötchen auf dem Campingplatz; 1km weiter in die Stadt mit dem Rad gibt es eine kleine Bäckerei, wo wir uns mit Brötchen, riesengroß, versorgen konnten. Nachdem Frühstück machten wir uns mit den Rädern auf in die schöne Landschaft des Barolo. Weinstöcke, wo man auch hinschaut. Allerdings setzten wir auch körperlichen Einsatz zu, denn die Städtchen, die wir auf unserer Rundtour besuchten, liegen alle auf den Kuppen der Hügel. Also steile Anfahrt und danach ebenso steil hinunter.

In der Reihenfolge waren es Diano d´Alba, La Morra, Verdune und Roddi. Immer schöne Ausblicke zwischendurch und erstaunlicherweise wenig Touristen. Die, die wir dort gesehen haben, waren wohl auf Einkaufstour zur Auffüllung der heimischen Keller. Überall in den Städtchen und auch unterwegs konnten wir, dringend benötigt, unsere Trinkflaschen an Wasserspendern füllen. Unsere Bilanz:  40,4km und 706hm.

Kosten: Eis  EUR 7,00

Wetter: Sonnig, 31°C

 

  1. Tag 20.07.2017

Gestern haben wir zusammen auf der Velomap ein Tour geplant, die wir heute fahren wollen. Nach dem Frühstück brechen wir auf und nach Alba ging es wieder bergauf und bergab mit schönen Ausblicken. Unterwegs haben wir die geplante Tour aufgrund einer viel befahrenen, geraden und langweiligen Straße umgeschmissen, mit dem Effekt, noch mehr Höhenmeter. Aber dafür hatten wir noch mehr schöne Landschaft.

 

In der Reihenfolge fuhren wir an Ortschaften an: Neive, Coazzolo, Castagnole delle Lanze, Barbaresco (die Stadt mit dem Wein) und zurück nach Alba. In Barbaresco aßen wir Eis und tranken eine Cola. Die Erfrischung hatten wir uns verdient.

Wetter: Erst bewölkt und ca. 24°C, dann immer sonniger und wieder 30°C.

 

  1. Tag 21.07.2017

Wir nehmen Abschied von Alba und der schönen Landschaft und brechen Richtung Frankreich zur Ardeche auf. Jedoch machen wir unterwegs wieder die Feststellung, daß man für kleinere kurvige Landstraßen und Passfahrten erheblich mehr Zeit benötigt. Kurz vor Gap fuhren wir oberhalb des Lac de Serre-Ponḉon entlang und sahen unten am See eine interessante Straße für eine Fahrradtour. Da wir nun schon spät dran waren, entschieden wir uns spontan hier einen Campingplatz aufzusuchen und eben später an die Ardeche zu fahren. Vorher mußte aber noch einer der großen Supermärkte angefahren werden. Unsere Tassimo-Kapseln waren schon vor drei Tagen verbraucht und in Italien waren die nicht zu bekommen. Wir fanden dann bei Chorges am See den Campingplatz Le Roussou, der einen guten Eindruck machte. Unsere Befürchtung, alles könne belegt sein, bewahrheitete sich nicht. Unzählige Wohnmobile standen an den Straßen und sind wohl der Tour de France geschuldet, die hier vor kurzem durchkam.

Wetter: Tagsüber sonnig, 30°C und am Abend Gewitter mit Abkühlung auf 19°C.

 

  1. Tag 22.07.2017

Nach dem Frühstück nahmen wir unsere Fahrräder und sahen zu, daß wir die Todesstraße nach Savin-de-Lac möglichst schnell hinter uns zu bringen. Wir bogen auf die deutlich ruhigere Straße nach Port Saint-Pierre ab. Nun ging es mit schönen Blicken au den See stetig bergauf. Auf dem Scheitelpunkt bei Le Seuze-de-Lac machten wir kehrt. Zum See zurück versuchten wir es hinter Brücke noch einmal nach rechts Richtung Puy-Sanniers. Wir kurbelten uns wieder in die Höhe bis wir dann keine Lust mehr hatten, drehten und ab ging´s zurück zum Campingplatz. Ein erfrischendes Bad und relaxen hat auch etwas.

 

  1. Tag 23.07.2017

Heute sind wir wieder mit dem Marco Polo aufgebrochen. Ziel: Die Ardeche. Schon zu Beginn der Schlucht hatten wir schönste Ausblicke. Aber noch hatten wir bis zum ausgesuchten Campingplatz Le Midi ca. 20km zu fahren. Wir achteten schon darauf, ob die Straße wieder viel befahren ist, aber trotz Wochenende hielt sich der Autoverkehr sehr in Grenzen. Wir freuen uns schon auf die Radtouren und die Kajaktour. Jedenfalls kann man überall, auch auf unserem Campingplatz, Kajaks leihen. Rücktransport inklusive. Weil es so heiß war, haben wir ertsmal ein Bad in der Ardeche genommen. Am Abend suchten wir ein schönes Restaurant auf und gönnten uns das Überraschungsmenü mit darauf abgestellten Weinen. Wir ließen es also einmal krachen.

 

Wetter:  Sonnig, 32°C

 

  1. Tag 24.07.2017

Wir starten heute zu einer Rundtour an der Ardeche. Linkswärts am Ausgang des Campingplatzes nehmen wir radelnd unsere Tour auf und erreichten nach ca. 1km die bekannte Pont d´Arc, dem Felsenbogen über die Ardeche. Ein weitbekanntes Motiv.

Weiter ging es nach Vallon-Pont-d´-Arc. Am Ortseingang bogen wir ab und hier begann eine lange, aber nur mäßige Steigung zu einem Hochplateau.

In Saint Remeze folgten wir den Hinweisschildern zu einem Lavendelmuseum. Statt Eintrittskarten kauften wir uns ein Lavendeleis. Es roch nach Lavendel und schmeckte auch danach. Das war dann unsere Pause. Weiter ging eine ziemlich breite, aber etwas holperige Straße zum Aussichtspunkt Gorges de Ardeche.

Es ist wohl der höchste Punkt der D290 mit einem schönen Blick über die Schlucht der Ardeche. Zum Schluß die kurze und steile Abfahrt zum Campingplatz.

Christel ist dann 30km gefahren und Lutz 40km. Naja, der nächste Supermarkt ist eben in Vallon-Pont-d´-Arc. Die Strecke ist aber so schön, daß das auch Spaß bringt. Ein Schauer zwang zu einem Aufenthalt unter einem Baum, aber danach war es wieder sonnig. Das Essen im Restaurant um die Ecke nach links war nicht so toll. Wir aßen jeder ein Pizza, also blieben die Kosten in Grenzen.

Wetter: Heiter bis wolkig, auch ein Schauer, 26°C

 

  1. Tag 25.07.2017

Für heute hatten wir uns vorgenommen, eine Kajaktour zu machen. Auf dem Campingplatz leihen wir uns ein Zweierkajak und entschieden uns für eine relativ kurze Tour von 13km. Ausgestattet mit Schwimmwesten und einer Tonne für die wenigen Siebensachen transportierte uns und Mitstreiter ein Bus mit Anhänger für die Kajaks ein Stück hinter Vallon-Pont-d´-Arc. Dort paddelten wir dann los. Nach einiger Zeit hatten wir dann unseren Takt gefunden. Es waren außer unserem noch Dutzende Kajaks unterwegs, was an den Bootrutschen und Flußschnellen für Staus und manche Überraschungen, wie querstehende Kajaks mitten in den Schnellen sorgte. Manche hatten wohl beim Steuern links mit rechts verwechselt. Aber landschaftlich war die Strecke sehr schön und wir genossen es die Ardeche auch einmal aus dieser Perspektive zu sehen. Kurz darauf erreichten wir das Ufer unseres Campingplatzes, zogen das Kajak aus dem Wasser, gaben unsere Sachen ab und machten erst einmal Siesta. Nach dem obligatorischen Kaffee zum Nachmittag fuhren wir mit dem Rad noch einmal nach Vallon-Pont-d´-Arc und schauten uns kurz die Tourigasse mit allem Kitsch an, kauften ein und fuhren zurück. Heute kochen wir selbst und werden es uns schmecken lassen.

Wetter: Heiter bis wolkig, 25°C; fühlte sich durch den Wind kühler an.

 

  1. Tag 26.07.2017

Kurz hinter dem Campingplatz Richtung Saint-Martin d´-Ardeche geht es ziemlich steil hinauf zu einer Art Pass. Wir sind diesen schon vor zwei Tagen hinabgefahren und uns gefragt, ob wir es auch hinaufschaffen würden. Heute probierten wir es aus und wir schafften es. Schnell noch einmal auf die Ardeche geschaut und weiter fuhren wir bergauf und bergab mit vielen weiteren tollen Ausblicken bis zur Abzweigung der D590 nach Saint Reme´ze. Eine kleine Straße entlang ging es stetig bergauf zum Dorf und dort fanden wir eine Brasserie, in der wir ein Eisbecher genossen haben. Nun hatten wir den umgekehrten Weg, von vor zwei Tagen, zurück über Vallon-Pont-d´-Arc und Pont-d´-Arc. Wegstrecke: 42,2km.

Wetter: Heiter bis wolkig, 27°C, aber teilweise windig.

 

  1. Tag 27.07.2017

Abfahrt von der Ardeche. Die Planung, traf, wie oft, nicht ein, in den Elsass zu fahren, um dort noch ein Tag eine Radtour zu machen. Wir suchten uns den Ort Gerarmont aus, aber als wir dort eintrafen, stellte sich das ganze wie fast eine Gebirgsregion dar. Da bleibt einen nur übrig, die vielbefahrenen Straßen zu befahren und das ganze mit entsprechenden Steigungen. Das wollten wir nun doch nicht und fuhren weiter nach Epinal. Am Stadtrand suchten wir den Campingplatz mit dem Wort Chateau im Namen auf. Es ist ein ruhig gelegener Campingplatz, aber von einem Chateau war nicht einmal ansatzweise etwas zu erahnen. Oder wurde die Burgruine oberhalb von Epinal damit gemeint? Nach Aufbau des Marco Polo war es schon spät und so fuhren wir hinab in die Stadt um uns ein Restaurant zu suchen. Auf dem Marktplatz fand ein kleines Fest statt, eine Band spielte und wir setzten uns in das am Platz befindliche Restaurant. So schlechtes Essen hatten wir schon lange nicht mehr gehabt und es fing an zu regnen und dann zu schütten. Nach einer Weile brachen wir auf um wieder den typischen Murphy-Effekt zu erleben. Bei Ankunft auf dem Campingplatz hörte es auf und wir waren durchnässt. Na Klasse.

Wetter:  Sonnig, bedeckt, Regen, 20 bis 25°C

 

  1. Tag 28.07.2017

Leider nähert sich unser Urlaub dem Ende; also Aufbruch gen Norden. Jedoch wollen wir heute noch einmal eine kleine Radrunde starten. Die Sachen zusammengepackt, mit dem Camper bis nach Chateau Salins gefahren, geparkt und die Fahrräder fertiggemacht. So sind wir mitten in Lothringen über 33 km über die Dörfer gefahren. Touristisch ist da nichts los und dementsprechend war es leer auf den kleinen Straßen. Die Landschaft war mit Weiten, Flußtal und Wald doch recht abwechslungsreich und schön. Unterwegs passierten wir die Dörfer Jallaucourt, Malaucourt-sur-Seille und Aboncourt-sur-Seille bevor wir wieder nach Chateau Salins zurückkehrten. Mit dem Camper ging es dann weiter Richtung Hamburg. Erst einmal verfuhren wir uns, weil wir Sarrebourg für Saabrücken hielten, aber dann hatten wir doch den richtigen Weg und machten im Hochtaunus bei Usingen Halt. Dort fanden wir ein Ausflugsrestaurant, wie wir uns das so vorstellten. Anschließend parkten wir zur Nacht dreihundert Meter weiter auf einem Parkplatz für ein römischen Kastell.

 

  1. Tag 29.07.2017

Nur noch Rückfahrt nach Hamburg. Back home

Radreise 2015 -Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Belgien

Dieses Jahr stand einmal nicht eine Radreise an, die uns fast nur über altltbekannte und ausgeschilderte Radfernwege führt. Als Reisegebiet wählten wir Rheinland-Pfalz, Vogesen, Lothringen, Luxembourg, Belgien mit dem Ziel Aachen in Nordrhein-Westfalen aus.

Wir planten, insbesondere in Frankreich, die ganz normalen D-Straßen zu fahren. Also wurden im Vorwege ING-Karten beschafft, zusätzlich hatten wir eben noch ADFC-Karten im Maßstab 1:150.000 für Deutschland mit.

Für die Strecken in den Vogesen und Lothringen gab uns Natalie aus dem Radreise-Forum einige Tips, so daß wir schon einmal einen Anhalt hatten, wo es sich landschaftlich lohnt.

 

1.Tag  01.08.2015

Wir bestiegen früh in Hamburg-Altona den IC nach Heidelberg um dort dann umzusteigen in den RE nach Neustadt an der Weinstraße. Aufgrund der Verspätung des IC hatten wir den Anschluß verpaßt und nahmen eben den nächsten Zug. Werner, noch mal Radreise-Forum, wollte uns am Zielbahnhof erwarten und uns ein wenig begleiten. Unglücklicherweise erfuhren wir im Zug, daß zwischen Haßloch und Neustadt an der Weinstraße Zugersatzverkehr eingerichtet wurde. Werner kurz infomiert, der sich kurzentschlossen auf den Weg nach Haßloch machte und uns dort empfing.

Es bot sich an, auf den Weg nach Wissembourg den Radfernweg Deutsche Weinstraße zu nutzen. Aber erst einmal kehrten wir nach ein paar Kilometern in eine Waldschänke unterhalb des Hambacher Schlosses ein. Es war schon nach Mittag und wir hatten Hunger und Durst. Werner begleitete und durch die Weinberge bis nach Burrweiler. Davor kamen wir noch durch Rhod unter Rietburg als schönes und durch Blumenpracht hübsches Weinörtchen. Ein bischen touristisch, aber trotzdem schön.

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Seliges Weinstädtchen

Nachdem uns Werner verlassen hatte, begann eine Odyssee nach einer Unterkunft. Wo wir auch fragten, es waralles belegt. Weinfeste überall. Hmmmh, was nun? In die Rheinebene fahren oder weiter Richtung Frankreich? Eine Hotelbesitzerin bot sich an, obwohl sie selbst die Bude voll hatte, herumzutelefonieren. Nach einiger Zeit zeigte sie sich mit der frohen Botschaft, es gäbe in Annweiler am Triefels noch ein freies Zimmer. Und so war es auch, ein ordentliches Hotel mit schönem Ausblick. Was will am mehr.

Halbtagesstrecke 39km

 

2.Tag  02.08.2015

Durch ein gutes Frühstück gestärkt starteten wir in einen sonnigen Tag. Wir wollten an der Burg Trifels vorbei wieder auf den Radfernweg Deutsche Weinstraße gelangen. Nur sind wir irgendwie verkehrt gefahren und landeten oben auf der Burg Trifels. Ende im Gelände. Also zurück und neu versuchen. Nach drei, vier Kilometern bergab fanden wir ein Möglichkeit von der Straße abzufahren. Der anfangs breite Waldweg verengte sich immer mehr zu einem Singletrail. Wir haben es dann irgendwie mit unseren Reiserädern geschafft an der ursprünglich angepeilten Stelle herauszukommen.

Weiter ging es über Bergzabern nach Wissembourg. Zwischendurch haben wir eine Eispause eingelegt. Das Wetter mit Sonne und ca. 30°C legte es nahe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich in Frankreich gleich nach der Grenze das Straßen- und Häuserbild völlig verändert. Wir fanden ein nettes kleines Hotel in einer Seitengasse und schritten zu einer Stadtbesichtigung und Auffinden eines Restaurants, wo wir gut zu Abend gegessen hatten.

Wissembourg
Wissembourg

Tagesstrecke 56km, mag wenig sein, war aber den Hügeln und der Wärme geschuldet. Wir sind nicht auf der Flucht!!

 

3.Tag  03.08.2015

Der neue Tag verspricht wieder sehr sonnig und warm zu werden. Wir starten nach dem Frühstück Richtung Drachenbronn. Dann ging es über Lembach, Obersteinbach, Reichshofen in das Baerenthal. Also über die Hügel auf und nieder durch kleine Dörfer und schöner Mittelgebirgslandschaft. Es wurde immer wärmer und bei 32°C stoppte das Thermometer. Unterwegs bei einer Rast sahen wir zwei radreisende Mädchen vorbeiziehen. Die ersten die wir in Frankreich mitten in der Provinz entdeckten. Unsere Wahl, die kleinen Departementstraßen zu nutzen, erwies sich als richtig. Kaum Autoverkehr und die wenigen, die unterwegs waren, fuhren respektvoll an uns vorbei.

Im Baerenthal war es am Flüßchen schön schattig und kühl. So ging es über ca. 10km bis zum Örtchen, wo wir uns einquartierten. Es war abends immer noch so warm, daß wir am nahe gelegenen Restaurant des kleinen Freizeitparks lediglich eine Pizza herunterbrachten. Erfrischendes Bierre blanche war auch zu haben, man merkte die Nähe zu Deutschland.

Tagesstrecke 56km, puh, war das warm. Ist man aus Hamburg nun so gar nicht gewohnt.

 

4.Tag  04.08.2015

Weiter soll es Richtung Verdun gehen. Wir entscheiden uns, nicht über Metz, sondern über Pont-a-Mousson zu fahren. Dieser Tag sollte nicht zu den Highlights der Reise gehören. Vom Wetter her war es eher bedeckt und kühl. Ein heftiger Regenschauer überraschte uns in der nicht so attraktiven Landschaft. Die Orte hatten vielfach DDR-Charme, hervorgerufen durch den Niedergang der Stahlindustrie in Lothringen. Longwy ist nicht weit…Über Lemberg, Sarre-Union, Nelling erreichten wir Lening, wo wir das einzige Hotel, welches weit und breit zu finden war. Keines, welches man in Erinnerung behalten sollte; wir haben den Namen vergessen.

Tagesstrecke 65km

 

5.Tag  05.08.2015

Nach einem schmalen Frühstück schwangen wir uns auf die Räder und fuhren jetzt durch ein doch wieder attaktivere Landschaft. Leicht wellig und auf den Hügelkuppen mit immer wieder weiten Ausblicken. Auf den Äckern konnten wir einige, vereinzelte Bunker erblicken. Wir vermuteten, daß es sich um Teile der Maginot-Linie handelt. Erschlossen für Besichtigungen war keiner und Hinweistafeln waren nicht zu entdecken. Heute wurde es wieder richtig heiß und über Morhange, Nomeny erreichten wir Pont-a-Mousson, wo wir eine Unterkunft fanden. Auf der Suche nach einem Restaurant haben wir noch dieses kleine Städtchen kennengelernt. An der Marina fanden wir ein schönes Restaurant und speisten zwischen den Besitzern der Freizeitboote sehr lecker:  Aus frischen Kartoffeln zubereitete Frites und Beauf Tartar schmecken. Wie schon öfters erlebt, an den Marinas findet man oft gute Lokalitäten, nie preiswert, aber immer gut.

Tagesstrecke 80km

 

6.Tag  06.08.2015

Die Hitzewelle geht weiter. Im Gegensatz zu Deutschland war es wohl schon länger heiß und trocken. Auf den Weiden waren Raufen gefüllt, es mußte zugefüttert werden. Wiesenflächen sahen ziemlich verdorrt aus. Unserer IGN-Karte konnten wir entnehmen, daß wir auf unserer Strecke den Lac de Madine berühren würden und freuten uns, uns abkühlen zu können. Der See entpuppte sich tatsächlich als Badesee. Erst einmal ins Wasser: Zischschschsch…Wollen wir noch wieder schwitzend weiterfahren? Nein, an der gegenüberliegenden entdeckten wir ein schönes Hotel in Hedicourt-sous-les-Cotes. Das Zimmer bezogen, die Fahrräder eingeschlossen, die Badesachen unter die Arme geklemmt, sind wir einen kurzen, schönen Fußmarsch zum See gelaufen und noch zweimal uns abgekühlt. Jetzt hatten wir doch Hunger und genossen ein mehrgängiges Menü um dann wohlig ins Bett zu fallen.

Tagesstrecke: 37km, ja, wir waren faul. Na und?

 

7. Tag 07.08.2015

Heute gab es ein richtig umfangreiches Frühstück. Das normale petit dejeuner ist doch manchmal ein bischen knapp für die Bedürfnisse des Reisradler. Wir brechen schon bei gut gestiegener Temperatur Richtung Verdun auf. In Hedicourt-sous-les-Cotes hielten wir noch an einem Supermarkt für Snacks für unterwegs an. Gerade angehalten, kamen noch zwei Reiseradler aus Deutschland hinzu. So im Nachhinein wissen wir aber nicht mehr woher und wohin sie wollten. Kaum aus der Ortschaft hinaus, sahen wir schon die Hügelkette mit der ersten Ortschaft vor uns. Das sah ordentlich nach Höhenmetern aus und so war es auch.

Hier ging es steil hinauf Richtung Verdun
Hier ging es steil hinauf Richtung Verdun

Oben führte die nur wenig befahrene Straße immer auf dem Kamm fast schnurgerade und wellig Richtung Verdun. Auf der Hälfte tauchte schon ein Hinweisschild auf eine französische Stellung aus dem 1. Weltkrieg rechts des Weges auf. Wir schauten uns die betonierten Unterstände an. Die Erläuterungstafeln waren nur in französischer Sprache. Mit unseren bischen französischen Sprachkenntnissen konnten wir doch die Geschichte dieser Erinnerungsstätte nachvollziehen. Obwohl links und rechts alles bewaldet war, konnte man doch erkennen, daß der Boden eine einzige Granattrichterlandschaft ist. Das hörte auch bis Verdun und dahinter nicht auf. Einzig landwirtschaftliche Flächen wurden später eingeebnet. Einige Kilometer stießen wir auf die starkbefahrene Straße nach Verdun. Um aus der Stadt nicht wieder die Hügel nach Douaumont hinaufzumüssen, suchten wir uns einen Weg quer vor der Stadt. Ergebnis: Wir schoben unsere Räder über einen völlig ausgewaschenen Weg, der eher einem schotterigen, ausgetrockneten Bachbett glich, bis zur nächsten Straße hoch. Inzwischen war die Temperatur schon gut über 30°C und dementsprechend floß der Schweiß. Als erstes führte uns der Weg nach Fort Vaux, welches wir von außen besichtigten.

Fort Vaux
Fort Vaux

Auch hier Trichter an Trichter und zerstörte, befestigte Geschützstellungen. Die 30cm starken Stahlabdeckungen lagen teilweise in wie Teilen neben den Verbunkerungen.

Fort Vaux Geschützturm
Fort Vaux Geschützturm

Von dort fuhren wir an dem völlig zerstörten und nie wieder aufgebauten Dorf Fleury-devant-Douaumont nach Ossuaire de Douaumont, wo sich die Nekropole und davor am Hügel abfallend das riesige Gräberfeld befindet. Unzählige weiße Kreuze sorgen für ein beklemmendes Gefühl, zumal wenn man registriert, daß auf jedem Kreuz sich vier Namensplaketten befinden. Und daß sind nur die Gräber für die Franzosen.

Douaumont
Douaumont
Verdun_Nekropole
Nekropole

Deutsche Soldatenfriedhöfe gibt es auch, aber die liegen im weiteren Umfeld. Was muß mein Großvater hier wohl ausgehalten haben; erzählt hat er niemals davon. Bevor er starb, war ich noch zu jung um ihn zu befragen. Die Hitze machte uns doch jetzt zu schaffen und wir tranken im nächsten Restaurant ein Citron Presse. Nach Verdun in die Stadt ging nun gut bergab und danach durch eine ziemlich häßliche Vorstadt mit dem üblichen Gemisch aus Autohändlern, Baumärkten und Tankstellen in die Innenstadt. Sie wurde nach den Verwüstungen nicht sehr hübsch wieder aufgebaut. Quartier bezogen wir in einem kleinen Hotel in einer Seitenstraße. In der Flanierzone an der Meuse fanden wir eine Pizzeria für das Abendessen.

Tagesstrecke: 66km, mehr mag man bei der Hitze nicht.

 

  1. Tag 08.08.2015

Die neue Zielrichtung heißt Luxembourg uns so machten wir uns auf den Weg Richtung Norden linksseitig an der Meuse entlang. Wenig Verkehr und ein wenig welliges Land. Nach einigen Kilometern erhob sich links die Höhe „Toter Mann“, die 1916 traurige Berühmtheit erlangte. Allerdings hieß die Höhe auch vorher schon so. Rechts der Straße waren die Weiden, sehr nass, nach 1918 nicht planiert worden, währen die links der Straße trocken gelegenen Äcker eingeebnet wurden. Auch hier wurde am Straßenrand Infotafeln über ein zerstörtes und nicht wieder aufgebautes Dorf aufgestellt. Angenehm stellte ich fest, daß die Schilderungen der Ereignisse, wie auf den anderen Tafeln auch, sehr sachlich und ohne Schuldzuweisungen auskommen. Danach verließen wir die ehemalige Kampfzone und fuhren durch welliges Land unserem heutigen Ziel Luxembourg entgegen. Womit wir nun überhaupt nicht gerechnet hatten: Hinter uns fuhren Radreisende heran. Ein Paar im Pensionsalter aus Holland, wie wir beim Klönen erfuhren. Kurze Schilderungen unsererseits, woher wir kommen und wohin wir wollen. Die beiden waren in Barcelona gestartet und fuhren der Heimat entgegen. Schon durch fast Frankreich durch. Chapeau! Die Holländer fuhren davon; sie waren etwas schneller unterwegs. Bislang dahin hatten wir, außer den Reisenden aus Deutschland, nur zwei junge Damen auf Reise in den Vogesen gesehen. Laut Karte lockt uns bei Marville ein See zum Baden. Eine mittlerweile verfallene Freizeitanlage lag an dem einen Ufer und der See schien umgekippt. Kein Wunder, wurden doch Pferde durch das flache Wasser geführt, die auch fleißig äppelten. Wir verzichteten auf unsere ersehnte Abkühlung. In Marville blieben wir über Nacht.

Tagesstrecke: 58,4km

 

  1. Tag 09.08.2016

So kurz vor Luxembourg fuhren wir erst in schöner Landschaft an der Chies entlang. Aber danach wurde ist eindeutig trostloser. Die Dörfer sind fast alle ziemlich trist. Bars und Lebensmittelgeschäfte fehlen völlig. Wir mußten ganz schön lange gegen Mittag mit Kohldampf fahren. Nächstes Dorf: Nichts, nächstes Dorf: Nichts. Aber dann und ganz unvermutet entdeckten wir in so einem Tristdorf ein Edelbistro. Nichts wie rein und staunen: Happy Hour bei schönsten Ambiente. Für ein paar Taler hatten wir lecker schmeckende Snacks und Getränke. Bevor wir Differdange in Luxembourg über eine kurvige und gut ansteigende schmale Landstraße erreichten durften wir den Tanktourismus live erleben. Aber nun: In Frankreich noch trist, in Luxembourg alles freundlicher und wirtschaftlich belebter. In Differdange schoben wir vor dem Eisessen noch mit dem Rädern über den Flohmarkt und fanden an einem Verkaufstisch Teile unseres Frühstücksservice von Villeroy & Boch. What a pitty, wir müssen es sausen lassen; wie mit dem Rad heil nach Hamburg bringen. In Faetz bezogen wir dann Quartier um am nächsten Tag gen Luxembourg Stadt zu starten.

Tagesstrecke: 71km, war nicht so heiß, deshalb nun etwas mehr Strecke.

  1. Tag 10.08.2016

Es geht weiter auf dem gut ausgebauten und beschilderten Radwegenetz nach Luxembourg Stadt. Bei 23° C und eher wolkigen Wetter gab es einige wenige Regentropfen. In der Stadt war es dann wieder sonnig. Oben von der Festung hat man einen wunderschönen Ausblick.

Luxembourg
Luxembourg

Für einen Bummel durch die Stadt suchten wir eine sichere Abstellmöglichkeit für unsere Räder und das Gepäck, aber leider konnte uns auch die Tourismusinformation nichts bieten. Da besteht noch Nachholbedarf. Auch wollte uns der Graf von Luxembourg nicht empfangen, obwohl wir das unsinnige platte Lied aus den 60ern pfiffen. Wir schoben also unsere Räder durch die Stadt und ersetzten Christels aufgelöste Sportschuhe durch ein neues Paar. Danach ging es weiter relativ eben bis Mersch. In diesem Teil von Luxembourg gibt´s kein Tourismus und dementsprechend sieht es etwas mager aus. In Mersch bezogen wir ein Zimmer in einem Motel hinter dem Einkaufszentrum. In diesem befindet sich ein Italiener von riesigem Ausmaß, aber unsere Nudelgerichte waren richtig lecker. Danach verzogen wir uns auf unsere Zimmer und schauten uns noch das DFB-Pokal Spiel St. Pauli gegen Mönchengladbach an. Hat Pauli erwartungsgemäß verloren, aber sie spielten richtig toll und hielten gut mit.

Tagesstrecke: 60km

  1. Tag  11.08.2015

 

Weiter geht es Richtung Norden in Luxembourg. Wir verlassen das Radwegenetz, weil wir auf ziemlich direktem Wege den Vennbahn-Radweg ab Troisvergiers ansteuern wollen. Zunächst radeln wir an der Sure in schöner Landschaft und flach dahin. Später haben wir den wieder die Hügel zu fassen, aber die Landschaft ist weiterhin schön. Da es schon wieder sehr sonnig und warm ist, steuern wir einen in der Karte eingezeichneten See an. Leider entpuppte sich dieser als Stausee zur Stromerzeugung. Eingezäunt konnten wir nicht einmal illegal uns abkühlen. Die Gaststätte unterhalb der Staumauer suchten wir dann auf. Die eiskalte Cola war genau richtig; normalerweise verschmähen wir diese Brause. So ein bischen erfrischt ging es weiter. In der letzten Unterkunft hatte uns schon der Besitzer erzählt, daß diese Gegend nicht gerade touristisch erschlossen ist. Eine angesteuerte, nett anzusehende Ferienanlage war leider ausgebucht und wir fuhren auf Nebenstrecken weiter. Sobald man eine Hauptstraße erwischte, war der Verkehr mörderisch. Also ganz wie in Deutschland. Es wird gefahren als gäbe es keine nächsten Morgen.  In Hosingen fanden wir dann einen Campingplatz, der auch kleine und einfache Zimmer anbot. Wir schlugen für kleines Geld zu. Die angeschlossene Gaststätte lud nicht gerade zum Abendessen ein. Verraucht und einige besoffene Typen ließen uns das Weite suchen. So eine Spelunke hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Im Ort gab es ein Chinesen, bot zwar nur Durchschnittskost, aber was besser als gar nichts.

Tagesstrecke: 59km; Mersch – Ettelbruck -Hosingen

 

  1. Tag 12.08.2015

Leider bot der Campingplatz keine Frühstücksmöglichkeit. Wir haben den Bäcker im Ort genutzt, leider an der vielbefahrenen Hauptstraße gelegen. Ein LKW nach dem anderen donnerte direkt vor dem Fenster vorbei. Also kein Highlight der Reise, aber wir bogen, nach der Sättigung auf die Fahrräder gestiegen, auf die Nebenstraßen ab und strebten Troisvergiers zu. Hier fängt der Vennbahn-Radweg an, den wir bis Aachen nutzen wollen. Nach kurzem Beginn auf der Bahntrasse wurden wir abgeleitet und über den Berg geschickt. Die Beschilderung war teilweise sehr rudimentär, aber wir fanden trotzdem den Weg. Der Grund für die Ableitung ist der ehemalige Bahntunnel, der wegen der Fledermäuse auch im Sommer nicht freigegeben ist. Das kennt man von dem Milsebergtunnel in der Rhön anders. Nach dem Tunnel ging es dann auf der Trasse weiter. Viele aufgestellte Tafeln informierten über die Geschichte und Bedeutung der Bahnstecke. Die umfangreichste Nutzung fand vor dem 1. Weltkrieg statt, die Teile, die heute in Belgien liegen, damals als Eupen-Malmedy zum Deutsche Reich gehörten. Nach dem Krieg fand die Strecke niemals wieder zu ihrer Bedeutung zurück, weil hohe Zölle sie unwirtschaftlich machten. Heute behindern die Grenzen den Radverkehr nicht mehr und wir sollten uns immer bewußt sein, welchen Fortschritt wir in der EU genießen dürfen. Wir schätzen das Radfahren auf Bahntrassen: Abseits vom Verkehr und landschaftlich oft schöngelegen. Für Bergfexe ist das natürlich nichts, aber nach den vielen Höhenmetern, die hinter und vor uns liegen, einfach entspannend. Während der Weiterfahrt war oft nicht zu erkennen, in welchem Land man sich befindet. Gegen späten Nachmittag fanden wir eine Unterkunft in einem Kloster in Montenau. Das gehört zu Belgien und konnte man im Ort auch am Stil der Häuser erkennen.

Tagesstrecke: 72km, Hosingen – Troisvergiers – St.Veit – Montenau

 

  1. Tag 13.08.2015

Nach unserem etwas spartanischen Klosteraufenthalt nahmen wir den kurzen Weg zum Vennbahn-Radweg gen Aachen. Schönes Fahren auf befestigten und unbefestigten Abschnitten. Bei einigen Dörfern und Kreuzpunkten der ehemaligen Bahnen wurden wir von der Trasse abgeleitet. Oft waren Brücken zerstört oder Teile der Trasse Grundstücken zugeschlagen worden.

In Monschau, der Bahnhof ist oben und die Stadt ist im Tal, wollten wir Pause machen. Vom ehemaligen Bahnhof ging es steil bergab ins Tal. Dort angelangt reihten wir uns in die Autoschlange ein, die den vor der Stadt gelegenen Parkplätzen zustrebten. Fast alle Autos hatten gelbe Nummernschilder. Es war wieder sehr warm und wir hatten glücklicherweise draußen vor dem Restaurant ein Plätzchen im Schatten gefunden. Ein schönes Städtchen. Ich war zuletzt in der Schulzeit dort auf Klassenreise. Wir durften uns als Projekt an der Verkleidung der Stadt durch Christo abarbeiten.

Danach hieß es wieder zurück auf die Bahntrasse. Ca. 40km vor Aachen ging es dann nur noch bergab. Kurz vor Aachen sahen wir Gleise, und die wurde gerade erneuert und wo noch in Ordnung neu geschottert. Es scheint so, als ob der Teil als Vorortbahn wieder in Betrieb genommen werden soll. Wir folgten der Trasse in weitem Bogen nach Aachen mit Blck von der Brücke auf Kornelimünster hinein und suchten für die Übernachtung die Jugendherberge auf. In der Nähe fanden wir ein schönes Gartenlokal mit bayrischen Speisen und Bier. Lecker.

Tagestrecke: 95km, Montenau – Monschau- Aachen

 

  1. Tag 14.08.2015

In Aachen beratschlagten wir erst einmal, wie es weitergehen soll. Ursprünglich sollte die Reise in Aachen oder Köln enden, aber das sind wir nun 7 Tage früher angekommen. Für die Planung Richtung Norden gen Hamburg zu fahren, hatten wir nicht alle Karten dabei. Also sind wir erst einmal in die Innenstadt aufgebrochen. In einem Bücherladen am Dom fanden sich die gewünschten Karten für Radfahrer im Maßstab 1:150.000. Wir ließen die Gegend nördlich von Hannover aus; das kennen wir, da brauchen wir keine Karten. Unsere neue Planung sah nun vor, über Bonn/Köln an die Sieg und dort bis Kirchen, wiederum über eine Bahntrasse and die Ruhr und von dort querfeldein Richtung Hannover.

Nun erst einmal los an den Rhein. Wir schauten uns die niedliche Stadt Kornlimünster an, die uns einen Tag vorher beim Anblick von der Eisenbahnbrücke von einem Spaziergänger empfohlen wurde. Die Landschaft wurde nun langsam flacher. Wir passierten Düren. Was für eine trostlose Stadt: Grau, trist und vom Autoverkehr erwürgt. In der Nähe suchten wir einen See (Badesee) zur Mittagspause auf. Das Wetter war nun kühler und wenig sonnig. Lust zum Baden hatten wir nicht. Zum Rhein schafften wir es heute nicht mehr, in Lechenich übernachteten wir.

Tagesstrecke: 79km, Aachen – Kornlimünster – Stolberg – Düren – Lechenich

 

15.  Tag 15.08.2015

Am Rhein angekommen, folgten wir dem Fluß eine Weile aufwärts und querten den Rhein bei Bonn. Vorher in Brühl stolperten wir über das Schloß

Schloß Brühl
Schloß Brühl

und schauten uns in dem schönen Garten um. Versailles stand Pate.

Park Schloss Brühl
Park Schloss Brühl

Wir fanden den Einstieg zum Sieg-Radweg, den wir flußaufwärts nahmen. Anfangs wurden wir von, aus unserer Sicht, unendlich vielen Autobahnen begleitet, aber das gab sich doch nach kurzer Zeit. Ab  Siegburg wurde es schöner. In Eitorf machten wir Schluß und quartierten uns in einem besseren Hotel ein. Für den nächsten Tag wurde Regen ohne Ende angesagt.

Tagesstrecke: 75km, Lechenich – Brühl – Wesseling – Bonn – Hennef – Eitorf

 

  1. Tag 16.08.2015

Morgens aus dem Fenster geschaut: Es regnet ohne Unterlass, getreu dem Motto, angekündigtes gutes Wetter kommt oft nicht, aber schlechtes Wetter mit Sicherheit. Schnell zur Tankstelle geradelt, Zeitung besorgt und dann haben wir uns in den Wellnessbereich begeben. Es hörte auch den ganzen Tag nicht auf zu regnen.

 

  1. Tag 17.08.2015

Es regnet immer noch. Wir schauen uns die Augen: Noch einen Tag abhängen? Nein, wir sind kribbelig. Also los, vielleicht wird es im Laufe des Tages trocken. Weiter geht es die Sieg aufwärts. Leider hört der Sieg-Radweg bald auf und wir müssen uns auf die doch gut befahrene Straße begeben.

In Kirchen standen wir vor einem Straßentunnel, der für Fahrräder gesperrt ist. Wie nun weiter? Hinweisschilder für Radfahrer gibt es nicht, warum auch an dies denken, wir sind schließlich in Autofahrer-Deutschland. Wir haben uns dann durchgefragt. Der Regen ließ nicht nach und wir haben außerhalb von Kirchen oben am Hang ein schönes Hotel gefunden, wo wir dann pitschnaß ein schönes Zimmer bezogen.

Tagesstrecke: 66km, Eitorf – Kirchen

 

  1. Tag 18.08.2015

Wir starteten zwar ohne Dusche vom Himmel; es war grau in grau und feucht. Auf den Ruhr-Sieg-Radweg abgebogen, den wir bis Finnentrop folgten. Am Biggesee wurde es endlich sonnig und wir konnten dort in einem Cafe Kaffee und Kuchen haben. Finnentrop erwartete uns mit seinem unvergleichlich Charme einer abgewirtschafteten Industriestadt. Die Jugendherberge lag etwas weiter davor, haben wir als solche irgendwie nicht wahrgenommen und ein Zurück gibt es nicht. Wie Finnentrop war auch das Hotel: Abgeranzt! Zum Essen mußte eine Dönerbuder herhalten.

Tagesstrecke: 75km, Kirchen – Freudenberg – Attendorn – Finnentrop

 

  1. Tag 19.08.2015

Es geht weiter auf der Bahntrasse gen Ruhr. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen genossen wir die schöne Landschaft.

Landschaft Ruhr-Sieg
Landschaft Ruhr-Sieg

Durch den Fledermaustunnel ( 698m ) hindurch und danach weitgehend abschüssig.

Die Landschaft wurde weitläufiger, blieb aber hügelig. Wir bogen auf den Ruhr-Radweg ab, folgten ihm ein kurzes Stück. Da wir noch Zeit haben, wollen wir erst einmal Richtung Hameln weiterfahren. Also quer durch soll es gehen. In Alme machten wir für diesen Tag Schluß.

Tagesstrecke: 76km,  Finnentrop – Eslohe – Meschede – Brilon ( außen vorbei, kannten wir von der der Wanderung auf dem Rothaarsteig ) – Alme

 

  1. Tag 20.08.2015

Der Tag bescherte uns wieder den ersehnten Sonnenschein und wir machten uns Richtung Paderborn auf. Am Anfang ging es Kilometer um Kilometer bergab und danach wurde es flach. Mittags haben wir im Schloßpark bei Paderborn unsere Mittagsrast gemacht. Würstchen und Brötchen kamen richtig gut. Nun ging es weiter bis Bad Lippstadt zur Übernachtung.

Tagesstrecke: 87km, Alme – Büren – Paderborn – Hövelhof – Bad Lippspringe

 

  1. Tag 21.08.2015

Heute war unsere Tour doch etwas gemischt. Schöne und ruhige Strecken, wurden öfters durch Straßen mit viel Verkehr unterbrochen Am Schiedersee haben wir Rast in einer Freizeitanlage/Campingplatz gemacht. Es war nicht viel los, aber wenn Nordrhein-Westfalen Schulferein hat, dürfte es hier anders aussehen. Wir fuhren zur Unterkunftssuche nach Hameln hinein. Überall wurde Bezug auf die Ratten genommen. Unser Abendessen genossen wir in einem Restaurant mit bayrischer Küche und Bier, auch lecker.

Tagesstrecke: 76km,  Bad Lippspringe – Horn – Bad Meinberg – Lüdge – Emmerthal – Hameln

 

  1. Tag 22.08.2015

Heute ist unser letzter Tag der Reise und wir wollen erst am Abend nach Hause. Neue Planung: Von Hannover soll es mit der Bahn zurückgehen. Wir können mit dem Metronom von dort aus bequem zum Hauptbahnhof kommen und die Fahrradabteile sind sehr geräumig. Zu Beginn haben wir uns durch das Naturschutzgebiet Osterwald gewagt. Teilweise sehr anstrengend mit heftigen Steigungen auf Schotterwegen, aber sehr schön. Der Osterwald ist durch eine 16km lange Mauer umschlossenes Saugehege der Welfenkönige. Nur durch Pforten kommt man hinein.

Durchlass
Durchlass

Autos müssen draußen bleiben.

Fluss

Nach Hannover und hinein fuhren wir nur im Grünen. Guter Abschluß der Reise.