Mit dem Rad von Hamburg nach Sizilien 2021

Nun soll es jetzt doch losgehen. Im April dieses Jahres hatten wir eigentlich unsere Hoffnungen auf unsere Reise bei einem Start bis Ende Mai endgültig begraben und dachten über Alternativen nach. Unseren Marco Polo hatten wir für den Sommer schon unseren Kindern versprochen und stellten uns auf Radtouren in unserer Umgebung ein. Aber dann ermutigten uns die Kinder unser Vorhaben doch umzusetzen, auch wenn wir erst später abfahren sollten.

15. Juli 2021

Heute ist der Start bei nicht ganz stabil erscheinenden Wetters. Eher bedeckt, aber mit 24°C angenehm in der Temperatur, aber etwas schwül.

Ohne Pinneberg, Uetersen und Elmshorn, denn die schuf der liebe Gott im Zorn, zu berühren, radelten wir nach Glückstadt um dort mit der Fähre über die Elbe zu setzen.

Es war sehr diesig und deshalb kein besseres Bild zu machen. Jetzt nahmen wir den Elbe-Radweg und Kilometer um Kilometer schnurgeradeaus durch Felder mit minimalsten Baumbestand zu fahren. Eine Rastgelegenheit bei wenigen fallenden Regentropfen nutzten wir und machten die Bekannschaft einer Niederländerin mit ihrer Tochter, die von Hamburg gestartet waren um dann an der Nordseeküste gen Heimat zu fahren. Feinste Carbonräder als Reiseräder waren zu bewundern.

Bei Hörne machten wir dann nach 92km Schluß und fragten auf Gut Hörne nach einer Übernachtung. Freundlich und herzlich kam die Antwort. Ja, wir haben ein Zimmer frei und sie sind die ersten Spontannachfrager dieses Jahres. Sonst haben wir nur Gäste mit Vorbuchungen. Es schein also zu gehen.

Erst einmal Kaffee und vorzüglichen Kuchen im Garten.

Und danach das Zimmer bezogen. Wir wollten eigentlich Essen gehen, aber nach Pause auf der Veranda mit diesem Blick in den zum Gut gehörenden Park:

Fing es an über zwei Stunden zu schütten, so daß wir das Angebot zum Selbstkochen mit Zubehör für Pasta mit Tomatensauce gerne angenommen haben. Der Kühlschrank enthielt Wasser, Saft und Pinkus-Bier aus Münster. Mein Gott, was willst Du mehr.

16. Juli 2021

Nach einem guten Frühstück ging es erst einmal nach Cuxhaven. Zuerst empfing der „hübsche“ Hafen und dann zuletzt die Kugelbake:

Naja, ein paar bunte Strandkörbe verzauberten uns dann doch:

Es ist allerdings etwas mühsam sich den Weg durch die vielen Menschen zu bahnen. Nach 5km wurde es dann leerer und wir kamen zügiger voran. Erst ging es an der Nordseeküste entlang und unmerklich an der Weser weiter. Wir wollten eigentlich noch vor Bremerhaven übernachten, fanden jedoch keine Unterkunft. Also nach Bremerhaven weiter durch den Hafen und kamen dort einer Jugendgästeunterkunft unter. Einfach aber sauber. Bremerhaven fanden wir trostlos. Unser Fahrstrecke war 101km.

17. Juli 2021

Nach einem Frühstück verließen wir das Haus und radelten durch die Stadt zur Weserfähre und setzten dort über:

Immer den Weser-Radweg folgend ging es mal durch Werft- und Getreideumschlagstandorte und zwischendurch schöne Landschaften. Mittags rasteten wir mit Weserblick:

Zwischendurch sahen wir auch diese interessanten ehemaligen Pferdehallen:

In Lemwerder fanden wir kein Hotel und sind deshalb nach Vegesack mit der Fähre rüber und haben dort auf der anderen Weserseite ein hübsches Hotel gefunden. Fahrstrecke heute 76km.

18. Juli 2021

Zuerst bei Beginn gleich auf die Fähre nach Lemwerder:

Linksseitig radelten wir an der Weser bis kurz vor Bremen und hinüber auf die andere Seite damit wir auch die Schlachte bewundern durften:

Bei Bremen war der Radweg, war ja Sonntag, gut gefüllt, aber etwas weiter die Weser aufwärts wurde es leerer. Die Route ging auch jetzt häufiger ein wenig abseits der Weser. Das ist auch schön, weil man dann nicht nur den Deich auf einer Seite hat.

Am Rand von Thedighausen schauten wir uns von außen das Schloss an. Es war zum Leidwesen von Christel nicht geöffnet. Sie möchte nämlich immer wissen, wo der Graf früher geschissen hat.

Bei Achim führte der Weg etwas oberhalb der Weser entlang:

Kurz danach ging es wieder auf Flussebene zurück und einige Kilometer weiter schauten wir beim Schleusen zu:

Schön, daß die Störche noch da sind. Unterwegs konnten wir einige nah am Radweg auf Sumpfwiesen sehen:

Kurz danach fanden wir in Verden bei insgesamt heute vollbrachten 75 km ein nettes Hotel.

19. Juli 2021

Heute war eher bedeckt und nicht so warm. So können wir unsere sonnengebeutelte Haut einmal schonen. Von Verden ging es über Nienburg an der Weser:

nach Stolzenau. Dort kommen wir nach 76 km in einem sehr einfachen Hotel unter.

Wir wissen jetzt auch warum der Weser-Radweg Weser-Radweg heißt: Man sieht die Weser eher selten. Meist geht die an sich schöne Streckenführung abseits der Weser längs. Der neue Name: Nahe-der-Weser-entlang-Radweg.

20. Juli 2021

Heute wollten wir einmal wieder ein besseres Hotel finden. Das gelang uns dann auch in Rinteln nach 82 km Fahrt.

Bis dahin radelten wir durch die sehr abwechslungsreich Weserlandschaft. Solche kleinen Bachläufe:

Windmühlen:

Die Schleusenanlage bei Minden:

Bei der Porta Westfalica zeigten sich die ersten Erhebungen des Weserberglandes:

Dahinter wurde es links- und rechtsseitig der Weser etwas flacher. Jedenfalls heute hat sich der Weser-Radweg seinen Namen verdient. Wir radelten längere Passagen direkt an der Weser.

21. Juli 2021

Eigentlich gibt es heute nicht so viel zu erzählen. Weiterhin hatten wir viele Blicke auf die Weser:

In Holzminden wollten wir übernachten, aber leider war in dieser doch etwas trostlosen Stadt nichts zu haben und wir buchten gleich ein Zimmer in Höxter. Kurz vor Höxter kamen wir an der Abtei Corvey vorbei:

Wir haben Sie heute nicht besichtigt, das taten wir vor einigen Jahren auf unserer Radreise auf dem D3-Radweg. Die Bilder sind also schon etwas älter.

Heute sind wir mit 95 km ein wenig mehr gefahren.

22. Juli 2021

Oh, man darf sich doch einmal verfahren. Kurz vor Bad Karlshafen hatte es uns erwischt. Falsche Richtung durch Mißinterpretation der Wegweiser. Von den 84 km, die wir heute gefahren sind, sind ca. 12 km davon der Umweg gewesen. Trotzdem war es sehr schön und ein bischen Sonne haben wir auch gehabt.

Es war wieder nah an der Weser:

Ein Schloss war auch dabei:

Jetzt fehlt nur noch das Kloster. Bitte sehr:

23. Juli 2021

Womit wollen wir anfangen? Am Besten mit dem Ende. Wir sind heute im Hotel Kloster Haydau in Altmorschen in einer wunderschönen Anlage mit Komfort nach 83 km Fahrstrecke untergekommen:

Aber bis dahin ging es von Hannoversch Münden jetzt an der Fulda entlang:

Mal radelt wir rechts, mal radelten wir links der Fulda. Und einmal war es die Fähre mit Handbetrieb. Kräftiges kurbeln brachte uns an das andere Ufer:

24. Juli 2021

So weit sind wir heute mit 74 km nicht geradelt, aber wir hatten eben unterwegs ein Schlösschen zu fotografieren:

Und dann stand da noch das Familientreffen auf einem Fußballplatz:

Ein Fußball als Spende wurde mitgenommen und Jonna ließ sich auf einem dort vorgefundenen Dreirad fleißig von uns herumkutschieren.

25. Juli 2021

Wir haben heute kurz hinter Fulda den gleichnamigen Fluss verlassen und sind über die Rhön mit vielen Steigungen bis an den Main nach Gemünden gekommen.

Blick über die Rhön

Unterwegs gab es dieses hier zu sehen:

Bei 106 km braucht man eben etwas Aufmunterung.

26. Juli 2021

Nach dem Frühstück haben wir in der Altstadt von Gemünden sofort den Zugang zum Main-Radweg gefunden, den Flussaufwärts folgen:

In Würzburg bogen wir ab um über die Hügel mit knackigen Anstiegen und danach nur noch abwärts, erst steil und dann gemächlich, um an die Tauber zu kommen. Nach 84 km erreichten wir unser Hotel in Tauberbischofsheim.

28. Juli 2021

Nun geht es an der Tauber flussaufwärts durch eine sehr hübsche Landschaft:

Die gräflichen Weinberge

Am heutigen Tag sind wir bis hierher 1.000 km gefahren und es geht noch weiter. Allerdings durften wir uns für eine Sunde die Regenjacke anziehen. Es war aber nur mäßiger Regen.

Kurz vor Rotenburg ob der Tauber in Detwang fanden wir nach 73 km Fahrt ein uriges und gemütliches Zimmer in einer alten Mühle:

Die Vermieterin war sehr um uns bemüht und freundlich. Wir fanden uns gut aufgehoben. Das Dorf hat zwei Campingplätze und beide waren ausgebucht. Unsere Wäsche haben wir hier waschen können.

28. Juli 2021

Weiter ging es nach Rotenburg ob der Tauber:

Ja, da muß man dann hoch um zu Käthe Wohlfahrth zu kommen.

Die weitere Fahrt nach Nördlingen war unspektakulär. Um über den ehemaligen Meteoritenkrater zu kommen radelten wir ordentlich hoch und konnten diesen kurz vor Nördlingen kreisförmig als Hügelkette sehen. Wir beendeten unseren Tag mit 86 km Tagesleistung.

Nördlingen von oben

29. Juli 2021

Bis Donauwörth radelten wir an der Wörlitz durch eine hübsche Landschaft.

Die Harburg. Stimmt doch, hinter Harburg fängt der Balkan an.
Hier kommt der Herr nicht zum Volk, nein, das Volk muß kommen.

Nach Donauwörth wurde die Landschaft langweilig und dann wurde die Via Claudia Augusta noch bis fast vor Augsburg neu ausgeschildert, mit der Konsequenz, an zwar guten Radwegen, aber an viel befahrenen Straßen geführt zu werden. Schlechte Ausschilderung kam noch zum Lärm und Gestank hinzu. Wir danken der bayerischen Staatsführung unter dem weisen Markus Söder vom Herzen. Wenn er mit dem Umarmen von Bäumen und Bienen retten fertig ist, kann er sich darum kümmern.

Jedenfalls standen 90 km bei der Ankunft in Augsburg auf der Uhr.

30. Juli 2021

Erst begann die Tour an der Lech sehr schön:

Bald begann wieder die Flachlandetappe mit vielen Kilometern an gut befahrenen Straßen. Kurz hinter Landsberg am Lech wurde es wieder mit der Route abseits der Straßen wunderschön. Wir konnten in Fahrtrichtung bald die Alpen gerade eben erkennen. Nun wurde es auch landschaftlich hügeliger und schöner. Die ersten Bimmelkühe weideten am Wegesrand. Kurz vor Schongau radelten wir eine Zeitlang oberhalb des Lechtals entlang:

Wir erreichten Schongau nach 90 km und besuchten nach sechs Jahren wieder das Brauhaus mit interessanten Bieren und hatten einen netten Abend. Ein aufziehendes Gewitter schlug uns vorzeitig in die Flucht.

31. Juli 2021

Beim Start in Schongau haben wir erst einmal die Via Claudia Augusta verlassen und den Fernradweg Romantische Straße eingeschlagen. Der ist etwas länger, aber schöner. An der Wieskirche vorbei:

Kurze Zeit später an Neuschwanstein vorbei:

Hinter Füssen großes Touridrängeln an den Lechfällen:

An der anderen Seite der Brücke sah es dann so aus:

Und 2 km weiter waren wir dann alleine. Reiseradler außer uns: Fehlanzeige. In Reutte suchten wir uns aus einem bereitliegenden Prospekt ein Hotel, welches für zwei Nächte geeignet ist. Wir fanden ein schönes Hotel, betrieben von BMW, in der Nähe vom Plansee, aber wir hatten bis dahin ca. 13 km bergauf zu radeln. Insgesamt sind es heute 81 km gewesen. Morgen soll es den ganzen Tag regnen und deshalb gibt es eine Pause

01. August 2021

Wir frühstückten lange und ausgiebig und danach haben wir „gechillt“. Es hat tatsächlich den ganzen Tag, bis auf eine Stunde, ununterbrochen geregnet.

02. August 2021

Es geht wieder los. Es ist trocken und heiter bis wolkig. Unterwegs vor dem Fernpass fing es an zu regen und hörte aber nach einer Stunde wieder auf.

Plansee, etwas freundlicher anzusehen als bei der Anreise.
Ein alter Meilenstein. 40 deutsche Landmeilen bis Innsbruck. Eine deutsche Landmeile = ca. 7,5 km.

Der Weg zum Fernpass hinauf ist eine Schotterstrecke und daher fordernd. Aber sehr hübsch und wir konnten den Autos beim Stau zugucken.

Passhöhe der alten Via Claudia Augusta.
Geschafft.

Danach ging es fast nur noch Richtung Imst bergab, aber teilweise hatte der schotterige Weg nur noch eine Breite von 60cm, also eher ein Singletrail mit steilem Abfall zur linken Seite. Pause machten wir kurz nach der Passhöhe mit diesem Ausblick:

Kurz vor Imst stellte sich eine Pension in Strad in den Weg. Vorsicht, wenn man aus der Tür tritt; man kann leicht von den bergab sausenden Radfahrern umgehauen werden. Die Strecke heute: 69 km.

03. August 2021

Von Strad erst an den Inn über einige Wellen, aber doch insgesamt bergab. Am Inn gerade Strecke leicht bergauf bis Landeck und dort Richtung Reschenpass abgebogen. Ab jetzt ging es doch stärker bergauf bis Pfunds. Wir entschieden uns bis Nauders weiterzuradeln, wenn die Strecke unter 15 km beträgt. Vor Pfunds sah es dann so aus, wo wir herkamen:

Da hinten unten liegt Landeck

In Pfunds sahen wir auf einem Schild die Angabe 12 km. Also auf nach Nauders. Hinter Pfunds tauchte dann ein Schild mit 22 km auf. Puh, das war so nicht geplant und wurde durch ein weiters Schild bestätigt. Dem Track folgend landeten wir in der Schweiz nach einem heftigen Anstieg nach der Innschlucht:

Wir waren verunsichert, aber es ging weiter nach dem Track, wo wir sicher waren, daß er über den Reschenpass führen wird. Nur unsere Stromreserven waren schon fast aufgebraucht. An der Grenze fanden wir kein Hotel, aber eine nette Feriengemeinschaft junger Familien in einer einfachen Unterkunft, wo wir unsere Akkus etwas aufladen konnten. Denn es sollte noch einmal steil bergauf nach Nauders gehen. Es reichte dafür und wir fanden dann nach insgesamt 84 km ein schönes Hotel, in dem wir eventuell morgen einem drohenden Regentag überstehen können.

04. August 2021

Der angedrohte Regentag fand statt. Es regnete ununterbrochen und wir blieben.

05. August 2021

Bei Aufbruch war es noch ein wenig feucht und kalt. 11 °C – brrrrr… So haben wir uns das nicht vorgestellt. Nach einigen auf und ab erreichten wir den Reschenpass. Dahinter ging es noch ein wenig bergauf und das Wetter wechselte sofort zu heiter und wolkig. Je mehr wir nach unten Richtung Meran fuhren, desto wärmer wurde es. Am Reschensee zogen wir uns unsere Sommersachen an. An Mals vorbei ging es teilweise mit auf der super Radroute mit 20 % bergab. Richtige Verkehrsschilder forderten uns auf 30km/h nicht zu überschreiten. Sogar eine feste Geschwindigkeitsanzeige passierten wir. Bis Meran ging es dann weiter in schönster Landschaft des Vinschgau mäßig bergab:

Die Etsch ist von den reichlichen Niederschlägen dieses Sommers gut gefüllt:

In Meran 92 km angekommen fanden wir mit Hilfe des Managers von Hapimag ein kleines Hotel und morgen bleiben wir noch hier und wollen ein bischen wandern.

06. August 2021

Direkt in der Innenstadt ist die Talstation des Sesselliftes für die erste Stufe hinauf. Ein gemütlicher alter Lift mit Sesseln nur für eine Person. Danach wanderten ca. 3 km teils steil bergauf zur Talstation der Gondel zum Hochgemuth. Hinunter ging es erst über eine Fahrstraße:

Rasch zweigte ein Pfad über eine Wiese ab, der bald im Wald in einen steilen, verblockten Weg hinunter überging. Aber solche Aussicht bekam man geboten:

Unbezahlbar.

Erst kurz vor der Talstation nach 1.000 hm nahm dieser ein Ende. Zurück zur Stadt Meran nutzten wir den Sessellift.

07. August 2021

Heute hatten wir mit den schönsten Streckenabschnitt erwischt. Kurz vor Bozen erzählte uns bei einem Stop ein Einheimischer, daß die Strecke der Via Claudia Augusta nicht so schön sei und wir lieber über den Kalterer See nach Trento fahren sollten. Das machten wir so. Es ging zwar sofort bergauf, aber auch ab dort wunderschön. Etwas später führte der Radweg auf eine aufgelassene Eisenbahnstrecke. Wir passierten zwei Tunnel und weiter ging es:

So macht man Radwege.

Eine alte Dampflok stand am Ende:

Nun ging es bergab am Kalterersee entlang und unten an der Etsch empfing uns heftiger Gegenwind, der uns bis Trento nach 94 km begleitete.

08. August 2021

Wir waren so auf Verona fixiert und meinten es würde auf unserer Strecke liegen. Aber so war es nicht und trotzdem radelten wir 104 km nach Verona. Über Kilometer ging es entlang eines Wasserkanals, abgezweigt von der Etsch, über Trogbrücken, an Tunneln des Wasserlaufs vorbei. Einmal mußten wir über den untertunnelten Berg auf einem wunderschönen Radweg. So langsam müssen wir uns an die hohen Temperaturen gewöhnen; so 30°C sind normal.

Verona – San Zeno-
Verona – Arsenale Austriaco-
Verona – Arsenale Austriaco-
Verona – Arsenale Austriaco-
Verona – Arsenale Austriaco-

09. August 2021

Wir haben am Abend vorher noch schnell einen Track von Verona nach Borghetto erstellt. Das Städtchen erwies sich hier als Touristenmittelpunkt:

Im Norden von Mantova liegt ein größerer See:

In Mantova bleiben wir nach 63 km Fahrt für die nächste Nacht. Vor dem Abendessen sind wir noch ein bischen in der Altstadt spaziert:

Mantua
Mantua, die Altstadt ist in der Hand der Fußgänger und Fahrradfahrer

10. August 2021

Eine weitere Flachetappe. Wir waren etwas überrrascht, daß es hier nicht so aussieht, wie man es immer auf der Autobahn an den Seiten sieht. Rein agrarisch und doch reizvoll:

Nach der Überquerung des Po radelten wir kilometerlang auf dem Deich des Flusses Secchia. Mittags rasteten wir neben einem Haus im Schatten eines Baumes. An Christels Rad wurden vorne die Bremsbeläge gewechselt; sie waren völlig hinüber. In dem Moment erschien die Besitzerin des Hauses und brachte uns Kaffee und eine Flasche kaltes Wasser: Mille Grazie.

Nach 90 km erreichten wir in Soliera, etwas abseits der Route, ein Hotel und heute ist Halbzeit: Nach 2.000 km sind es nur noch einmal soviel bis Sizilien.

11. August 2021

Irgendwie wird es immer heißer, aber das wußten wir ja, als wir starteten. Wir machen dann eben etwas kürzere Etappen. Heute wurden es 78 km. Die erste Hälfte bis aus Bologna heraus war wieder eine Flachlandetappe. Kurz hinter Bologna wurde es dann hügelig und sehr hübsch. Mehrmals kreuzten wir den Fluß Reno:

In Sasso Marconi fanden wir ein wunderschönes B&B in einem ehemaligen Gehöft. Mehr Ambiente geht kaum.

12. August 2021

Kurzentschlossen bleiben wir hier in Sasso Marconi noch einen Tag. Wir setzten uns auf unsere Räder und sahen einmal nach, wie es hier in den Hügeln aussieht. Sehr hübsch:

Nach 41 km mehrmals steil hoch und ebenso hinunter haben wir den Pool des Hauses ausgiebig genutzt. Es ist mit ca. 39° C sehr heiß und über das Wochenende soll es so bleiben. Danach soll es etwas kühler werden.

13. August 2021

Weiter geht es nach Sizilien. Von Sasso Marconi mußten wir erst ein paar Kilometer auf der Durchgangstraße hinaus. Aber bald konnten wir davon abzweigen und fuhren teils auf unbefestigte Wegstrecke mit grobem Schotter und nur wenig weiter auf einer wunderschönen Straße immer weiter bergauf.

Der See war unser Badestop und liegt schon weit unter uns.

Das hörte gar nicht auf. so daß wir kurz vor der Tiefebene von Florenz auf über 1.000 m Höhe waren. Dort waren unsere Akkus leer und wir baten bei einem Haus, wo eine Feier stattfand um Strom. Nach kurzer Ladung ging es noch einmal kurz bergauf und dann nur noch bergab bis kurz vor Florenz. 89 km hatten wir heute an Wegstrecke.

14. August 2021

Heute war die erwartete Hitzeschlacht eingetreten. Es begann am Morgen schon sehr warm, aber im Laufe des Tages wurde es kanpp 40° C. Der Fahrtweg von Prato nach Florenz war angenehmer als gedacht. Vielfach über kleine Dörfer, die alle fast ineinander übergingen, bis durch langgezogene Parks am Arno. Als wir dachten, wir würden schon an Florenz vorbeifahren, waren wir mitten in der Stadt:

Nach einer Eisschleckerei ging es unkompliziert aus der Stadt und wir waren nun mitten in der Toskana im Chianti. Wir suchten jede Gelegenheit unsere Wasserflaschen zu füllen. In einem Dorf baten wir an einem Haus um Wasser. Der Besitzer tat alles um uns zu mit einer Flasche Wasser und zwei Getorade-Beutel zu beglücken. Er sprach gut englisch und es stellte sich heraus, daß er bei KPMG beschäftigt. Sein Haus ist sehr hübsch im toskanischen Stil. Nach Greve hin ging es wieder einmal richtig bergauf mit toller Aussicht:

und beim Abfahren fuhren wir kurz vor Greve hielten wir nach 74 km an einem Weingut an um zu übernachten. Zimmer mit Aussicht:

15. August 2021

Heute ging es, wie immer, bergauf und bergab weiter in der glühenden Sonne 86 km bis Siena. Wir wollten schon vorher einkehren, aber da war eine Möglichkeit, die schon ausgebucht war. Letztendlich mußten wir dann bis Siena durchhalten.

16. August 2021

Wir sind heute nach 27 km in Pentolina in der Hapimag-Anlage angekommen. Nach Zuweisung der Wohnung sind wir erst einmal zum Swimming Pool gegangen und haben uns erfrischt.

17. – 18. August 2021

Wir haben hier in Pentolina Pause gemacht und relaxt. Fleißig den Pool genutzt, gelesen und was man sonst so macht. Es ist eine sehr schöne Anlage und wir werden sie sicher wieder einmal aufsuchen.

Das war unsere Unterkunft.

19. August 2021

Schade unsere Zeit in Pentolina ist nun vorbei, aber wir können das im Resort Cefalu auf Sizilien wiederholen. Nun geht es in der Toskana weiter. Das bedeutet: Zwischenverbindung sind oft hellgraue Schotterstrecken und die hatten wir heute zur Genüge. Allerdings sind die Aussichten oft unbezahlbar:

Am späten Mittag begannen wir die Unterkunftssuche einzuleiten, aber Pustekuchen. An den Schotterstrecken gab es nichts. Erst als wir kurz vor Pienza waren, gab es Hinweisschilder. Es nützt aber nichts, wir konnten auch in Pienza nichts finden. Alles ausgebucht. Wir gingen erstmal eine Pizza essen und wir beschlossen, in die Nacht zu fahren und uns unterwegs irgendwo hinzulegen. Nach einigen Kilometern Fahrt, es sollten für diesen Tag 96 km werden, sahen wir eine Azienda Agricole an der Straße. Natürlich ausgebucht, aber wir durften hinter dem Garten auf Liegestühlen übernachten. Es war für die vorherigen Hitzetage ein verdammt kalte Nacht mit wenig Schlaf.

20. August 2021

Um 06:00h waren wir schon wach und machten uns auf den Weg. In Chianciano Terme gingen wir im erst erreichbaren Hotel frühstücken und durften unsere Akkus nachladen. Das dauerte doch einige Zeit und wir kamen erst spät weiter. Die Schotterstrecken wurden wenig und wir buchten von unterwegs ein Hotelzimmer in Orvieto, welches wir nach 76 km erreichten.

Orvieto. War ganz schön fordernd, zum Abendessen dort hinauszumarschieren.

21. August 2021

Erst mit lebhaften Verkehr aus Orvieto hinaus und dann wurden die Straßen schmaler und nur noch mit sehr wenig Verkehr.

Die Levere.

Zuerst eher flach, aber dann hatten wir heftige Steigungen auf einem Nebenweg mit ca. 25 % und zum Schluß nach Corte hinauf ebenso. Aufgrund der ausgebuchten Lage begannen wir gleich hinter Corte mit der Suche nach einer Unterkunft. Wir liefen ein B & B an und man bot uns den letzten freien Platz an: Ein Wohnwagen. Klimatisiert, mit Dusche außen, aber es ist doch wieder sehr heiß und daher sehr willkommen. So lassen wir es heute mit 56 km sein. Die Aussicht von der kleinen Terrasse: Unbezahlbar:

22. August 2021

Wir ließen den Wohnwagen hinter uns und auf und nieder führt der Weg nach Süden mit 80 km kurz vor Rom. Unterwegs gab es ein paar Kilometer weniger schöne Wegstrecke, aber dahinter gab es die zauberhaften Städtchen auf den Berg gebaut:

Ja, rechts die Brücke, da mußten wir hinauf.

Und auch von einer Brücke kann man einen schönen Blick haben:

Unsere Unterkunft fanden wir in Campagnano di Roma.

23. August 2021

Rom erschien so nah, aber es dauerte doch einige Kilometer bis zum Petersdom. Am Stadtrand, als der Track an einer Stelle unbrauchbar war und wir uns neu orientierten, sprach uns ein Rennradfahrer an und bot uns an die ca. 10 km bis zum Petersdom zu begleiten. Das nahmen wir dankbar an und so kamen wir glatt durch die neuralgischen Punkte und dann ging es immer am Tiber auf einer Radautobahn entlang. Nach dem Petersdom:

führte der Track uns an vielen Sehenswürdigkeiten:

Kolosseum

Kurz dahinter ging es etwas bergauf zu einem Park, mit diesem Blick:

Am südlichen Stadtrand, schon ziemlich draußen, fanden wir nach 68 km ein Hotel.

24. August 2021

Die heutige Etappe war nicht so schön. Wir kamen zwar über Castel Gondolfo, die Sommerresidenz der Päpste, oben auf den Albaner Bergen, aber die gesamte Strecke war von starkem Autoverkehr geprägt. Aber trotz alledem gab es so kleine Highlights wie diese Aussicht:

Oder dieses kleine Städtchen am Felshang:

Nach 73 km beendeten wir die Fahrt und buchten für Morgen gleich eine Unterkunft, da wir eine Schleife durch die Abruzzen fahren werden und die Hotels dort vielfach ausgebucht sind. Wir haben so eine Erfahrung….

25. August 2021

Gestern Abend erwischten uns Gewitterschauer und wir mußten in Regenzeug unser Rad nehmen zum Abendessen, welches wir in einer Bar zu uns nahmen. Wir bekamen noch Pizza und eine Flasche Wein auf den letzten Drücker und es schmeckte uns. Am Morgen brachen bei Sonnenschein auf und hatten wieder den starken Verkehr bis Sora. Dort zweigten wir in das Valle Roveto mitten in die Abruzzen ab. Die Straße war sehr ruhig und angenehm zu befahren und es wurde auch landschaftlich sehr schön:

Eine Burg gab es auch:

Kurze Zeit später war die Straße gesperrt, weil es Fahrbahnabrüche talwärts gab. Wir konnten mit unseren Rädern daran vorbei und hatten die Straße für uns. Nach insgesamt 79 km erreichten wir unser gebuchtes Hotel in Civitelli Roveto.

26. August 2021

Eine schöne Etappe anfangs in den Abruzzen:

Danach wurde es flach an einem ursprünglich ausgetrockneten großen See. Danach stoppten wir nach 54 km in Gioia Dei Marsa am Fuß der Abruzzen um Morgen durch den Nationalpark DÁbruzzo, Lazio e Molise eine Bergetappe in Angriff zu nehmen. Unser Weg nahm seit gestern eine Schleife durch die Abruzzen und übermorgen geht es dann weiter Richtung Neapel. Hute haben wir die 3.000 km – Marke geknackt. Also noch ca. 1.000 km bis Sizilien.

27. August 2021

Wir sind immer noch in der Schleife durch die Abruzzen. Der Umweg hat sich wirklich gelohnt:

Gleich bei Ausfahrt aus dem Hotel waren wir schon im Anstieg auf den ersten Pass und wir sollten uns vor Bären fürchten:

Es ging noch über zwei weitere Pässe, von denen wir den letzten fast für uns alleine hatten. Die Autos konnten man an einer Hand abzählen. Welch ein Spaß, breit nebeneinander die Straße zu nutzen. Den zweiten Pass kamen uns dutzende Niederländer entgegen. Die suchten wohl auf der Heimfahrt einen der zahlreichen Campingplätze in den Abruzzen auf. Wir machten dann nach einer langen Abafhrt nach 89 km in Colli al Volturno unseren Halt.

28. August 2021

Langsam wird es etwas kühl, nur 22°C heute. Leider entsprach auch die Route nicht unseren in den letzten Tagen gewonnenen Ansprüchen. Von den insgesamt 72 km führten ca. 40 km wieder einmal auf einer lebhaft befahrenen Straße entlang. Aber es gab auch etwas zu sehen:

Halt machten wir heute in Campobasso.

29. August 2021

Nach der gestrigen langen Fahrt an der belebten Straße ging es heute auf kaum befahren und kleinen Straßen durch Kampanien. Wieder und oft hatten wir die schönsten Ausblicke:

Weiter Richtung Süden säumen Steineichenwäldchen und Olivenhaine unsere Straße:

Nach 87 km erreichten wir unseren Übernachtungsort Benevento mit einem römischen Triumpfbogen, der Caesar (De Bello Gallico) gewidmet ist:

30. August 2021

Wir sind zwar nur 71 km gefahren und die Strecke war nur mittelmäßig schön. Naja, ab und zu gab es etwas fürs Auge:

Tunnelblick

Aber in Pagina, kurz vor Pompei entpuppte sich das von uns gebuchte Hotel als ein wirkliches Kleinod. Blick von der kleinen Dachterrasse:

Großraum Neapel mit Vesuv.

Genau das richtige für ein zweitägigen Aufenthalt. Für Pompei brauchen wir Ruhe und Zeit und danach geht es an den Strand.

31. August 2021

Nach Pompei waren es 14 km auf einer vielbefahrenen Straße. Napolitanischer Verkehr. Irgendwie wuselt sich jeder durch und Blockaden durch Rangierverkehr lösen sich immer auf. Hinweisschilder auf die historische Stätte tauchen erst 1 km davor auf und das nur mit sehr kleinen Schildern. EUR 32,00 Eintritt bezahlt und hinein. Es ist beeindruckend uns sehr viel großflächiger als erwartet. Hier ein paar Bilder:

Goldschmuck

Nach drei Stunden verließen wir gesättigt von den vielen Eindrücken das Gelände und radelten zurück. Man könnte in Pompei noch Stunden zubringen, wenn man alles sehen will. U.a. die vielen Garküchen; Mc Donald ist keine so neue Erfindung.

01. September 2021

Wir haben den ursprünglichen Weg an das Mittelmeer verworfen und fahren über die Berge an die Amalfiküste. Aber vorher heißt es bergauf und bergauf. Nach der letzten Steigung, nun dieses:

Unten nach endlosen Kehren angekommen, schlugen wir die Richtung nach Salerno ein und es wurde immer schöner:

Die Küstenstraße war längst nicht so befahren wie wir dachten. Kaum Deutsche und keine Wohnmobile.

In Vietro Sul Mare erreichten wir nach 52 km unser vorgebuchtes Hotel. Wir hatten gedacht, daß wir gerade so hinkommen, aber wir hatten immer noch genug Akkukapazität. Eigentlich hätten wir noch weiterfahren können. So nahmen wir in einer Strandbar noch einen Drink. Mittelmeerfeeling!

02. September 2021

Leider hatten wir gestern das Ende der Almalfiküste erreicht und es ging nach Start bei Salerno in die Ebene. Häßlich links und rechts. Nach ca. 30 km wurden die Strände schöner und zwischen Strand und Straße lag ein Streifen Kiefernwald. Auf der anderen Straßenseite gab es eine Reihe von luxuriösen Hotels. Bei der Abzweigung in das Landesinnere nutzten wir den Strandbetrieb für einen kurzen Snack und Badepause. Gleich danach kamen wir an Paestum vorbei und wie man sehen kann, waren vor den Römern schon die Griechen da:

Paestum

Nun ging erst einmal steil bergauf nach Trentinara, wo wir nach 65 km in der Altstadt ein B & B bezogen.

03. September 2021

Heute hatten wir uns mehr vorgenommen. So sollten es wieder mehr Kilometer werden und wir hatten uns so rund 80 km vorgestellt, zumal wir laut Karte durch einen Naturpark mit Bergen fahren sollten. Das stimmte auch, nur hatten wir all die Windungen der Straße und An- und Aufstiege etwas unterschätzt. Zusätzlich war unserer Ausgangspunkt in 600 m Höhe und der Zielpunkt auf Meereshöhe. So radelten wir fast die ganze Zeit praktisch allein auf den Straßen mit schönen Ausblicken:

Es nahm kein Ende und wir sollten doch zum Meer herunterradeln. Wir dachten schon, daß eher das Meer die Berge hochkommt, als wir hinunter. Aber irgendwann war es doch soweit:

Und nach 109 km beendeten wir unseren heutigen Tag in Sapri.

04.09.2021

Nach dem Start in Sapri begannen die Steigungen der Küstenstraße und von den schönen Ausblicken hatten wir nicht so viel. Der Himmel war grau und es begann zu regnen. Heftige Schauer warteten wir kurz ab und weiter im leichten Regen. Gegen Mittag begann der flache Teil, aber weite Strecken eben auf der befahrenen Küstenstraße. Aber die Wolken rissen auf und wir hatten ab dann strahlenden Sonnenschein. Zwischendurch verließen uns die Steigungen aber nicht:

Ja, da ging es hoch.

An der Küste stehen überall diese Türme:

Und wir hatten noch einen schönen Blick auf unser Ziel:

Nach 99 km beendeten wir unsere Fahrt in Acquappesa.

05. September 2021

Heute war es mit 77 km eine langweilige Fahrt immer gerade aus auf der Küstenstraße bis Lamezia. Morgen geht es wieder in die Berge bis nach Reggio di Calabria.

06. September 2021

Nun ging es für die ersten 20 km auf der küstennahen Straße weiter. Weil sie nicht direkt am Mare Nostrum längsführte, war es etwas abwechslungsreicher. Danach zweigten wir ab und hatten wieder eine wunderschöne Fahrt mit Aussichten und durften dafür von Meereshöhe auf bis zu 800 m hochfahren.

Alles sehr grün und uralte Olivenbäume. Der Waldbewuchs ist nicht sehr hoch, aber dicht. Ein paar Kilometer vor unserem Ziel nach 56 km in Serra San Bruno wurde die kleine Straße zu einer breit ausgebauten und mit umfangreichen Brücken ausgestatteten Rennstrecke. Und das für nur wenige Autos. Wer da bloß seine Hand im Spiel hatte?

07. September 2021

Es geht weiter in den Bergen Kalabriens. Wald soweit das Auge reicht, aber da die Straße mitten in den Wäldern verläuft, waren die Ausblicke rar. Und es war kühl, weil nur im Schatten und wir hatten meist eine Höhe von 1.000 m. Hinunter nach Taurianova war die Straße für Autos schwer befahrbar und wir hatten sie für uns alleine. Einzige Lebewesen außer uns war eine Ziegenherde, die von zwei Hütehunden bewacht wurde.

Die Natur erobert sich die Straße zurück.

Nach 69 km erreichten wir Taurianova und morgen geht es nach Reggio Calabria.

08. September 2021

Nun, mit Reggio Calabria ist es nichts geworden, aber dafür sind wir jetzt nach 99 km in Messina auf Sizilien. Aber der Reihe nach: Es war für uns ein bemerkenswerter Tag.

Es begann wieder mit einer schönen kleinen Straße mit kaum Verkehr und später wieder einmal mit einer gesperrten Straße, die wir trotzdem nutzten. Nach zwei Kilometern sahen wir den Grund. Zwei Männer zerlegten einen auf der Straße gestürzten Baum. Erst sollten wir nicht weiterfahren und dann sprach uns einer der Männer in perfekten Deutsch an und sagte uns, wir könnten an der Seite passieren. Auf die Frage nach den Deutschkenntnissen sagte er uns, er habe 22 Jahre in Deutschland gelebt. Wir bedankten uns und es ging weiter. Jedes Dorf auf der Strecke liegt oben auf der Kuppe und wollte erarbeitet werden. Danach folgte ein Anstieg, der kein Ende nahm.

Unsere Akkureserven schmolzen nur so dahin und wir fuhren ein kleines Anwesen an und baten um Strom. Der Clou: Wir platzten in eine Feier und wurden auf das Köstlichste bewirtet. Lasagne und eine Fleischspezialität schafften wir von dem Tisch der für uns vollgestellt wurde, daß sich die Balken bogen. Zusätzlich schafften wir aufgefordert, der herangeschafften Flasche Rotwein zuzusprechen. Das konnten und durften wir nicht ablehnen. So etwas gastfreundliches hat man nicht alle Tage und wir fühlte uns ein bischen beschämt und ließen etwas Geld für die Spartöpfe der Kinder.

Weiter durften wir danach immer hinaufkurbeln, bis wir dachten, was wir nachgeladen hatten ist bald wieder verbraucht. Wrr sahen unser Ziel Reggio Calabria in weiter Ferne. Oben angelangt, ging es dann nur noch bergab und wir sahen Sizilien:

Es gab kein Halten mehr und wir rollten direkt zum Fähranleger. Eigentlich nur um die Abfahrtszeiten zu studieren. Aber die nächste Fähre sollte in Kürze fahren. Tickets für uns beide für EUR 6,00 inklusive Fahrräder gekauft und los ging es:

Rechts von der Mitte stehen unsere Fahrräder.

In Messina mußten wir ein bischen suchen und fanden ein Hotel. Morgen geht es über die Berge Richtung Cefalú. Das sind noch etwa 190 km.

09. September 2021

Hier ist unser offizielles Ankunftsbild:

Nach Cefalú sind es noch einige Kilometer und wir starteten in Messina Richtung Berge. In der Stadt ging es schon richtig aufwärts und bald erreichten wir den Nationalpark:

Aus halber Höhe warfen wir noch einmal einen Blick auf Messina:

Nach 21 km stießen wir auf die Küstenstraße (SS113), die wir nun in Richtung Palermo fahren. Viel Verkehr, aber Ausweichstrecken gibt es nicht, außer, man will in die Berge fahren. Aber das heben wir uns für die Woche in Cefalú auf. Nach 71 km beendeten wir das heutige Rennen in Falcone und wir erreichten 4.000 km seit Hamburg.

10. September 2021

Der Verkehr war heute unterschiedlich. Sobald wir einige Ortschaften hintereinander hatten, war es viel und sobald wir in der Landschaft waren, hatten wir kaum Verkehr. Diesen Abschnitt fanden wir besonders schön:

Auch dieses Kloster auf dem Berg fanden wir bemerkenswert:

Wie man hier sieht, ist Florida nicht weit:

Nach 88 km erreichten wir Santo Stefano di Canastra.

11. September 2021

40 km waren es nur noch bis Hapimag Cefalú auf der fast leeren und in diesem Teil schönen Küstenstraße. Hier werden wir eine Woche bleiben.

12. – 17. September 2021

Wir genießen unsere Tage in Cefalú. Badetage und Wanderung in die Stadt.

Hapimag
Hapimag. Eine kleine Wegstrecke unten ist der Strand.
Cefalú
Cefalú

Auslassen sollte man es nicht, so machten wir eine Bustour zum Ätna. Dort ging es auf der Straße bis auf 1.900m Höhe und anschließend mit der Seilbahn auf ca. 2.500m. Dort standen allradgetriebene Busse bereit, die uns über die Lava bis auf 2.900m brachten. Zum eigentlichen Krater ging es nicht. Aber es wurde angeboten mit Helmausrüstung, Schutzjacken und von dort ca. 2,5 Stunden sehr steil bergauf. Aber so viel Zeit hatten wir gar nicht. Daher ein Foto von unten:

Etwas Rauch kann man sehen.

Hier ein kleiner Nebenkrater aus der Vergangenheit:

Überall lagen die ausgeworfenen Brocken herum:

Und hunderte Marienkäfer hatten sich hier oben niedergelassen:

Während der Abfahrt konnten wir die ganzen alten erkalteten Lavaströme sehen, die teils schon bewachsen waren. Aber das dauert lange, weil es ca. 20 Jahre dauert bis der Strom erkaltet ist.

Unsere Fahrt führte uns danach nach Taormina. Eine kleine vom Tourismus überlaufene Stadt. Wir hatten auf unserer Reise schon vilen solche Städte, aber ohne Touristen, gesehen. Aber der Blick auf die Bucht war schön:

Tolle Hotels auf höchstem Niveau mit super Ausblicken luden ein.

18. September 2021

Wir verließen mit traurigen Augen Cefalú und radelten 73 km nach Palermo. Kaum abgefahren erreichte uns die Nachricht, daß die Abfahrtszeit der Fähre nach Genua von Mitternacht auf 03:15h nächsten Tages verschoben wurde. Da hätten wir doch noch bis Mittag bei Hapimag am Pool abhängen können. So durften wir zwei Stunden zusehen, wie aus der Fähre unendlich viele LKWs, Wohnmobile, Trailer und PKWs ausgeladen wurden. Unglaublich was auf so eine Fähre an Fahrzeugen passt. Auch zwei Reiseradler kamen herunter. Wir schoben nach gefühlt unendlicher Zeit unsere Räder auf die Fähre und das Personal wusste mit uns Exoten nichts anzufangen. Einige Abstimmungen des Personal waren nötig, bis uns am Rand ein Platz zugewiesen wurde.

19. September 2021

Den Tag verbrachten wir mit Lesen auf der Fähre bei erst ruhiger See. In Höhe von Korsika war es stürmisch und so ein Wellengang, daß uns von der Schaukelei schlecht wurde und wir uns in die Kabine liegend zurückzogen. Damit ging es uns besser und wir dösten bis kurz vor Genua, wo die See deutlich ruhiger wurde. Kurz vor Mitternacht kamen wir an und ohne Wartezeit von Bord. Direkt am Kai sahen wir schon den Schriftzug vom Holiday Inn, in welchem wir uns ein Zimmer reserviert hatten.

20. September 2021

Ursprünglich hatten wir vor mit dem Rad von Genua bis Chiasso zu fahren. Aber der erste Tag wäre noch landschaftlich reizvoll in den Bergen gewesen, aber danach in der Po-Ebene eben nicht. So entschieden wir uns um und radelt die kurze Strecke zum Bahnhof und lösten uns Fahrkarten bis Como um von dort die Reise fortzusetzen. Im Mailänder Hauptbahnhof konnten wir diese Peterwagen sehen:

In Como am Nachmittag angekommen starten wir unsere Weiterfahrt und in Chiasso begann die schweizerisch Veloroute 3. Gut ausgeschildert brauchten wir kaum den Track auf dem Garmin. Zusätzlich war bis jetzt die Strecke sehr attraktiv und wir wichen für unser Hotel in Lugano, welches wir nach 50 km erreichten, ab.

Lago di Lugano.

21. September 2021

Weiter geht´s auf der Veloroute 3 Richtung Basel. Langsam wird es mit den Anstiegen Richtung Gotthardt ernst. Aber zuerst flach auf den Talböden:

Auch kamen wir durch ein kleines Dörfchen im Tessin mit uralten Gebäuden:

Die Dächer sind mit Steinen gedeckt.

Zu unserem Übernachtungsort Faido kurz vor dem eigentlichen Anstieg zum Gotthardt ging es schon ordentlich hoch. Trotzdem haben wir heute 88 km geschafft.

22. September 2021

Heute ist also der Gotthardt-Pass dran. Schon bei der Abfahrt ging es nur bergauf und hier konnten wir dann sehen, wo der Hammer hängt:

Wir nutzten die alte Passtraße. Auf der Südrampe besteht der Straßenbelag aus kleinteiligen Pflaster, welches das Vorankommen noch beschwerlicher machte und hier sieht man, was wir zu bewältigen hatten:

Nach einiger Zeit waren wir oben:

Es war kühl und windig, so daß wir uns für die Abfahrt die Jacken übergezogen hatten. Vorher nahmen wir im Hospiz noch Kaffee und Kuchen zu uns und während dessen wurden an der Ladestation für Pedelecs unsere Akkus geladen. Auf der Abfahrt kamen wir an der Teufelsbrücke vorbei:

Oben ist die Passstraße
Zugfahrt bei der Teufelsbrücke.

Immer weiter bergab und kurz vor Fluelen wurden wir noch einmal aufgehalten:

Einige Kühe streiften fast mein Fahrrad und beinahe hätte eine sich erleichternde Kuh das Fahrrad getroffen.

In Fluelen am Vierwaldstättersee beendeten wir nach 87 km unser Tagewerk.

23. September 2021

Der Vierwaldstättersee ist groß und so ging es bis Luzern immer am See entlang. Jedoch oft auf der gut befahrenen Uferstraße war es trotzdem schön:

Vierwaldstättersee

Einen kleinen Bahnhof mit Drehscheibe sahen wir auch:

Bahnhof der Rigi-Bahn

In Luzern kamen wir auch an der berühmten Holzbrücke vorbei:

Hinter Luzern gut bergauf Richtung Beromünster und dann „Heidiland“:

In Sursee übernachten wir nach 78 km. Wir wären gerne noch etwas weitergefahren, aber bis Aargau ist es nichts mit Hotels.

Südtirol, Gardasee und Kocher/Jagst 2020

30.08.2020


Wir starten Richtung Südtirol so gegen 09:30h um dann bei Garlstorf festzustellen, daß wir Christels Bettzeug vergessen hatten. Also fuhren wir zurück, um es zu Hause abzuholen. Damit kamen wir dann in den alltäglichen Stau vor dem Elbtunnel und die nachfolgenden zahlreichen Baustellen auf der Autobahn ließen uns auch nicht so recht vorankommen. Bei Sonnenschein und 20 °C gestartet und je weiter wir nach Süden vorankamen um so schlechter wurde das Wetter. Erst war es bedeckt und dann setzte starker Regen ein. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz des Schwimmbades von Köschingen bei Ingolstadt.

31.08.2020


Nach unserem Frühstück mit frischen Brötchen vom örtlichen Bäcker ging es weiter und wir erreichten das Pustertal so gegen 14:00h und wählten den Campingplatz am Toblacher See.

Toblacher See

Der Platz ist sehr schön gelegen und terrassenförmig angelegt. Nur die Brontosaurier (übergroße Wohnmobile) hatten irgendwie über einer Garageanlage die schlechtesten Plätze. Die Sanitäranlagen waren super. Da wir aber erst um 15:00h auf den Platz gelassen wurden, machten wir einen Spaziergang am See, nur um nach 20 Minuten von heftigen Regen durchnässt zu werden. Der Regen ließ etwas nach und wir konnten unseren Marco Polo halbwegs trocken campingfertig machen. Danach begann es wieder zu regnen. 12° C sind dann auch nicht besonders kuschelig. Da fing ja gut an, jedoch: Der Wetterbericht verspricht besseres Wetter.

01.09.2020


Der Morgen nach dem Regentag war trocken, aber bedeckt. Nach mehreren Ideen für die Radtour blieb für das erste eine Tour nach Sexten hängen, aber unterwegs entschieden wir uns spontan nach Lienz zu fahren. Es ging dorthin bei herrlicher Fahrradinfrastruktur fast nur bergab. In Lienz schauten wir uns die schöne Altstadt an und machten uns auf den Rückweg. Nun also ging es immer bergan bis zum Schluß. Unterwegs wurde es immer sonniger und etwas wärmer. Es ließ sich gut aushalten.
Strecke: 109km und 797 Höhenmeter.

02.09.2020


Wieder war es am Tagesanfang bedeckt, aber auch ein paar blaue Flecke waren am Himmel auszumachen. Wir starteten mit dem Ziel Bruneck und entschieden uns, schon unterwegs, ins Gseisertal abzubiegen. Eine wunderschöne Radinfrastruktur und ein ruhig gelegenes Tal erwarteten uns. Am oberen Ende wollten wir einen Weg über die Berge nach Toblach nehmen, aber die Wegebeschaffenheit ließen das als nicht ratsam erscheinen und wir fuhren den gleichen Weg zurück. Während des Tages kam immer mehr die Sonne durch.
Strecke: 56,8 km, 614 Höhenmeter.

03.09.2020
Der Blick zum Himmel verspricht einen schönen Tag und wir nehmen die Fahrräder und radeln zum Dürrensee. Aber so einfach war es diesmal nicht. Starke Regenfälle der vergangenen Woche hatten diese Auswirkung:

So mußten wir für einen Kilometer auf die doch vielbefahrene Straße. Nach kurzer Fahrstrecke erreichten wir den Dürrensee. Dort stellten wir unsere Fahrräder ab und wanderten den Weg zur Drei-Zinnen-Hütte immer bergauf.

Die Zeit, um diese zu erreichen war zu knapp und wir drehten auf halben Weg um und liefen dafür einmal um den Dürrensee.

An einer über schwemmten Stelle hieß es: Schuhe aus und durch das eiskalte Wasser. Zurück am Ausgangspunkt ging es auf dem gleichen Weg zurück.
Strecke Fahrrad: 20 km, Strecke zu Fuß: 13 km.

04.09.2020


Der Morgen startet schon mit einem wolkenfreien Himmel und wir starten den altbekannten Radweg nach Cortina d´ Ampezzo. Im Gegensatz zum Jahr 2018 hat die Oberflächenbeschaffenheit etwas gelitten,aber ist noch immer gut befahrbar und wunderschön.

Drei Zinnen mit Bilderrahmen
Radweg
Der alte Eisenbahntunnel

Diesmal fahren wir die Strecke nicht gleich zurück, sondern nehmen die Straße über den Passo Tre Croce.

Sommerfrische am Passo Tre Croce

Nach dem Lago Misurina begann eine tolle Abfahrt bis zum Dürrensee und wir schwenkten auf den Radweg zum Toplacher See ein.
Strecke: 67,4 km, 1088 Höhenmeter.

05.09.2020


Wieder strahlender Sonnenschein und fuhren mit den Rädern bis kurz vor Sexten. Es ging vorher am Bahnhof Innichen vorbei und wir sahen lange Schlangen vor der Ausleihe von Fahrrädern. Auf einem Wanderparkplatz stellten wir die Räder ab und wanderten erst mäßig an den Weidewäldern

Weideflächen mit Lärchen

und später teilweise steil bis zur Drei Schuster Hütte.

Ausblick von der Hütte

Wir kehrten ein und genossen eine sehr schmackhafte Mahlzeit: Geröstete Speckknödel mit Wildpflanzensalat und Mix aus drei Knödeln mit Spinat und rote Beete.

Zurück zu Fuß hinab und mit den Rädern zum Toblacher See.
Strecke Fahrrad 23 km, zu Fuß 15 km, Höhenmeter gesamt 617.

06.09.2020


Eigentlich wollten wir heute aufgrund angekündigter Gewitter und Regen zum Gardasee fahren, aber als wir morgens zum Himmel schauten und es eher nach heiter und wolkig ausschaute, beschlossen wir noch zu bleiben und eine überschaubare Radtour zu machen. Als Ziel nahmen wir den Pragser Wildsee ins Auge. Nicht wissend, welcher Auftrieb dort herrscht. Kurz hinter Niederndorf wurde die Radroute zum Pragser Wildsee ausgeschildert und es ging gut bergan. Meist neben der Hauptstraße und schön, aber auch ein ganzes Stück auf der Hauptstraße, die aber nur mäßig befahren war. Das hat uns irgendwie gewundert bei dem Auftrieb am See. Vom See sind wir eine heftige Schotterpiste zur Grünwaldalm hinauf geradelt. Es gab schöne Hirtennudeln und einen Apfelstrudel mit Vanillesauce. Lecker.
Strecke: 41,2 km, 732 Höhenmeter.

07.09.2020


Der Blick zum Himmel bestätigt die Wettervorhersage: Kühl, regnerisch. Wir packen den Wagen und fahren zum Campingplatz ArcoLido in Torbole am Gardasee. Dort ist es auch noch wolkig, aber ein bischen ist die Sonne zu sehen. Die Temperatur
ist immerhin so ca. 23°C.

08.09.2020


Entsprechend der Wettervorhersage ist es sonnig und die Temperatur wird im Laufe des Tages auf gut 27°C steigen. Wir planten die Seilbahn (Fahrradmitnahme) in Malcesine zu nutzen und dort über Mori zurückzuradeln. Pustekuchen: Eine lange Schlange vor dem Zutritt und Fahrradmitnahme erst nach 15:00h. Es hieß umplanen. Wir fuhren weiter Richtung Süden auf der ätzenden Gardesena bis Castello di Brenzone und zweigten auf die Straße nach Prada ab. Unten war eine Hinweistafel angebracht: Keine Lkw und Wohnmobile, Steigung zwischen 13% und 20% über 10km. Und so war es auch. 20 Kehren, sind nummeriert, ständig in den angekündigten Steigungen. Oben erwartete uns ein schöner Rastplatz und eine atemberaubende sehr schmale Durchfahrt an einer Steilwand mit Blick zum Gardasee. Unbezahlbar.

Die Warnung ist berechtigt

Weiter ging es auf breiter uns besser ausgebauter Straße nach Prada Alta mit schönen Abfahrten nach Castelletto di Brenzone am Gardasee. Von dort dann nch Torbole zurück.
Strecke: 79,3 km, 1.314 Höhenmeter

09.09.2020


Weiter geht´s mit dem schönen Wetter. Christel plante heute die Tour und los ging es. Auf einer schönen und gut ausgeschilderten Radroute bis Sarche.

Weiter an einer schönen Schlucht abseits der Straße nach Tione. Die alte und schmale Straße wurde zu einer wunderbaren Radroute ausgebaut.

Auf der weiteren Strecke verpaßten wir die Radroutenabzweigung und mußten durch einen eklig befahrenen Tunnel. Die Beschilderung der Radrouten ist teilweise dürftig, aber meistens fanden wir sie doch. Von Tione fuhren wir weiter nach Storo. Richtung Riva del Garda strampelten wir mit den letzten Stromreserven noch über den Pass und nach dem Lago di Ledro ging es steil bergab zum Gardasee. Wunderschön mit tollen Ausblicken, wenn auch es auf dem letzten Metern eines Fullys bedurft hätte.

Dort hinunter geht es zum Gardasee

Die Strecke an der Festung vorbei war stark ausgewaschen und steinig. Einige Mountainbiker überholten uns, während wir eher auf der Bremse standen.
Strecke: 119,5 km, 1.449 Höhenmeter

10.09.2020


Nach der Tour gestern soll es heute ein Sommertag am See werden. Wir gehen zu Fuß am Strand nach Riva del Garda und schauten uns in der Stadt ein wenig um. Wir nennen das Kulturbummel. Am Ende der Stadt nach einigen hundert Metern auf der Schotterpiste zum Lago di Ledro ist eine alte Festung. Die hatten wir schon am Vortag im Vorbeifahren bemerkt, aber da es schon spät war, hielten wir nicht an. Nach der Besichtigung und ein Eis essen in Riva kehrten wir zurück.

11.09.2020

Immer noch Hochsommer am Gardasee und auf Empfehlung unseres Campingnachbarn radelten wir auf der Westseite der Gardesana durch die ganzen Tunnels und Galerien bis Limone. Dort ging es steil hinauf nach Vésiound

und von dort herunter und hinauf und wieder runter nach Tignale an der Gardesana. Und zurück nach Torbole wieder durch die Tunnels und Galerien.
Strecke: 69,7 km, 1.090 Höhenmeter.

12.09.2020

Zum Abschluß unseres Aufenthaltes am Gardasee radelten wir zuerst über die schöne Radroute nach Serche.

Links ab ging es wieder die Rampe hoch Richtung Tione di Trento um an der tollen Radroute an den Felsen vorbei auf der alten Straße bis nach Terme di Comano.

Danach wollten wir den Einstieg für die Umfahrung der folgenden ekligen Tunnels finden. Fanden wir zuerst nicht und drehten um. Auf dem Rückweg fanden wir eine Möglichkeit, probierten sie aber nicht aus und fuhren ganz zurück.
Strecke: 77,7 km, 672 Höhenmeter.

13.09.2020


Nun haben wir sechs Tage am Gardasee verbracht und die Wettervorhersage verspricht einen schönen Spätsommer in Deutschland. Das wollen wir nutzen und schon der Heimat ein bischen näher zu kommen. Wir fahren mit unserem Campingbus nach Braunsberg an der Kocher und platzieren uns auf dem dortigen Campingplatz.

14.09.2020

Der Morgen ist recht kühl und ganz früh schon ein wenig nebelig. Aber der lichtete sich sehr schnell und die Temperatur stieg schnell an. Mit den Rädern fahren wir am Kocher-Jagst-Radweg flussabwärts über Künzelsau bis Ingelfingen.

Von dort über die Hügel ging es nach Marlach an der Jagst. Bis nach Langenburg radelten wir den anderen Teil des Kocher-Jagst-Radwegs bevor wir wieder hoch über den Hügeln nach Braunsberg zurückfuhren.
Strecke: 79,8 km, 814 Höhenmeter.

15.09.2020


Heute bleiben unsere Fahrräder einfach mal stehen und wir übernehmen einen Wandervorschlag als Rundweg von der Gemeinde Braunsbach. Auf und ab geht es auf der einen Kochertalseite bis kurz nach Geislingen und auf der anderen Seite zurück. Es war sehr warm und beim Wandern fehlt einfach der kühlende Fahrtwind.
Strecke: 12 km.

16.9.2020


Schwäbisch Hall soll eine hübsche mittelalterlich geprägte Stadt sein. Wir wollen das prüfen. Über den Kocher-Jagst-Radweg wären es nur 13 km, aber es ist zu wenig für den Tag.

Wir bauen es in eine Rundtour über Geislingen, Vellberg mit wunderschöner Burganlage:

Bühlertann und Schwäbisch Hall

zurück.
Strecke: 80,5 km, 958 Höhenmeter

17.09.2020


Es ist Abfahrtag, aber vorher nahmen wir noch einmal den Radweg an der Kocher bis Künzelsau und zurück. Anschließend bestiegen wir den gepackten Camper und fuhren bis nach Hause durch. Unser eigentlicher Nachtstop kurz vor Kassel erreichten wir so früh, daß wir ihn ausfallen ließen.
Strecke: 37,8 km

2019 – Altmühltal, Oberbayern, Toscana und mehr

16.09.2019

Start gegen 14:30h. Wir hatten gedacht bis in die Nähe des Campingplatzes in Dollstein an der Altmühl zu kommen, aber zahllose Baustellen und ein halbstündige Vollsperrung auf der Autobahn ließen uns schon in Schlüsselfeld die heutige Fahrt beenden. Wir übernachteten auf einem Feldweg am Waldrand mit Dorfblick. War ruhig und ohne Störung.

17.09.2019

Aufbruch und drei Dörfer weiter in einer Bäckerei Brötchen geholt und am Waldrand Frühstück gemacht. Lecker. Das Wetter war bedeckt und zeitweise mit leichtem Nieselregen. Das hielt sich bis zum Campingplatz; aber immer noch bedeckt.

Zum Einfahren sind wir den Altmühltal-Radweg flußabwärts bis Walting geradelt. Dort kehrten wir auf Empfehlung einer sehr netten Dame, die wir 5km vorher getroffen hatten, in den Moierhof ein. Ein großes Gut, welches jetzt als Tagungsstätte genutzt wird. Leider sind wir nach 14:00h da und so gab es als einzige Speise noch selbstgemachten Leberkäse mit warmen Kartoffelsalat. Lecker. Zurück die Tour dann immer leicht bergauf, aber nun war es sonnig, aber auch sehr windig.

Eichstätt
Eichstätt
Eicstätt

Unterwegs entdeckten wir noch eine uralte Steibrücke:

58km legten wir zurück.

18.09.2019

Heute erwachten bei strahlendem Sonnenschein und 5°C, aber schnellwurde es wärmer, aber mehr wie 16°C wurde es über den Tag auch nicht. Aber für eine Radtour war es ideal. Wir nahen den Weg von der Altmühl durch das Riedertal nach Rennertshofen an der Donau. Von dort sollte es entlang der Donau nach Neuburg an der Donau gehen. Aber wir wurde über die Hügel mit einigen Höhenmetern umgeleitet. Aber dann gut bergab nach Neuburg an der Donau, wo wir uns ein bischen umgeschaut haben und uns einen schönen Schweinebraten geteilt haben.

Gut gestärkt ging es wieder in die Höhen an der Schutter entlang nach Buxheim. Danach Richtung Eichstätt immer wieder auf bestens ausgebauten Radwegen. Vor Buxheim sahen wir, daß entlang der Straße ein neuer und breiter Radweg angelegt wurde. Wir konnten sehen, daß das wirklich ordentlich wird: Mit Wurzelsperren und guter Gründung. Ein paar Kilometer hinter Buxberg fanden wir ein Hinweisschild auf einen Radweg Ingolstadt-Eichstätt. Da wir nach Eichstätt wollten haben wir den abweichend von der Planung genommen. Wir wurden nicht enttäuscht. Ein wunderschön asphaltierter Raweg durch den Wald mit einer rasanten Abfahrt. Mein Tacho zeigte 58km/h. danach ging es auch wieder bergauf, aber dann schnelle Abfahrt nach Eichstätt, wo wir auf den Altmühl-Radweg nach Dollstein fuhren.

Wir haben insgesamt 94,6km zurückgelegt.

19.09.2019

Abfahrt aus Dollstein. Vorher sind wir zwei Stunden auf dem Altmühl-Panoramaweg flußaufwärts gelaufen. Wunderschöner Weg mit schönen ausblicken. Zurück sind wir auf dem Altmühl-Radweg gelaufen. Danach Fahrt nach Oberbayern nach Bad Feilnbach. Wir wollen bis zum 23.09.2019 bleiben und das sonnige Wetter nutzen bis es in die Toskana weitergeht.

20.09.2019

Heute war es sonnig, aber frisch: Morgens wieder 5°C und maximal am Tag ca. 14°C. Eine kleine Rundtour stand an: Vom Campingplatz über den Bodensee-Königsee-Radweg bis nach Niklasreuth. Da hatten wir die heftigste Steigung der Tour, aber die kannten wir schon und daher keine Überraschung. Von dort über kleine Weiler am Irschenberg vorbei an die Mangfall. An der Mangfall schön eben bis Bad Aibling. Total voller Autos und auf der Bahntrasse eben zurück nach zum Campingplatz vor Bad Feilnbach.

Wir haben 48km zurückgelegt.

21.09.2019

Startbedingungen wie am Vortag. Heute wollen wir zum Wendelstein. Für die Tour hatten wir eine Route alternativ zum Bo-Kö für den Angang geplant. Wir verpassten einen Abzweig und hatten es dann auf einer Straße bergauf mit unheimlich vielen Auto zu tun. Es nervte. Kurz vor Fischbachau trafen wir den Bo-Kö und nutzten ihn. Eine Wohltat. Auf den Wendelstein ging es dann mit der Seilbahn und bis zum Gipfel eine halbe Stunde zu Fuß. Wir hatten schöne Sicht und dass Wetter passte auch.

Auf dem Rückweg folgten wir einem Radwegschild nach Bad Feilnbad abseits der direkten Straße. Dadurch wurde die rasante Abfahrt über die Straße durch eine ebenso steile Abfahrt durch den Wald auf einem unbefestigten Weg ersetzt und konnte so nicht so richtig genossen werden. Wo es schön und verkehrsruhig war, konnte z.B. dieser Bauernhof bestaunt werden:

Wir haben 42km zusammen bekommen.

22.09.2019

Leider ist es heute bedeckt, aber nicht kalt. Unsere Tour geht heute Richtung Chiemsee und wir fahren auf dem Bo-Kö bis Wurmsdorf um dort Richtung Simssee abzubiegen. Nachdem es bis hierhin ziemlich flach war, ging es nun bergauf und bergab bis zum Simssee. Ab dort nach Umrundung der Nordspitze wurde es flach und an der Westseite kehrten wir und genossen einen herrlichen und riesigen Zwetschgendatschi mit einem ordentlichen Kaffee. Danach fuhren wir über Rosenheim an der Mangfall bis Bad Aibling und von dort wieder nach Bad Feilnbach. An der Mangfall sahen wir diese alte Fabrikgebäude, welches renoviert jetzt Wohnzwecken dient:

Heutige Strecke: 81km

23.09.2019

Wie angesagt: Es regnet. Wir brechen in die Toskana auf und kamen dort auf einem einfachen Campingplatz in Berberino Val d´ Elsa unter.

24.09.2019

Nach den gestrigen Regenduschen; auch hier, ist es heiter bis wolkig und angenehm warm. Ohne Karte, die Tankstellen hatten wirklich nichts, starten wir nach San Gimignano. Erst ging es nach Poggibonsi, wo wir eine Karte kauften und uns mit Bargeld eindeckten. Von dort sind wir nicht den direkten Weg geradelt, sondern über kleine Straßen, die teilweise Schotterstraßen waren, nach San Gimignano.

Von weitem konnten wir San Gimignano schon sehen.

Wir besichtigten die Stadt

und danach wieder über Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr nach Berberino Val d´ Elsa zurück.

50km mit ordentlichen Steigungen waren unser Tagewerk.

25.09.2019

Der Tag war heiter bis wolkig. Sowohl als auch. Für heute war Regen angesagt, der aber nie kam. Leider fiel unsere Standheizung mit viel Qualm und mehreren Startversuchen aus. Der deutsch sprechende Angestellte des Campingplatzes hatte uns die örtliche Kfz-Werkstatt empfohlen für die Reparatur der Standheizung. Die verwies uns an die Werkstatt und Produktionsstätte für Wohnmobile im Nachbarort. Dort konnte man uns auch nicht weiterhelfen und nannte eine Bosch-Werkstatt einen Ort weiter. Dort gab es tatsächlich den Spezialisten, auf den wir zwei Stunden warten mußten. Wir nutzten die Zeit zum Einkaufen. Danach schaute sich der nette Spezialist die Standheizung an und per telefonischer Übersetzung vom Campingplatz das Ergebnis: Sie muß in den Service und ein paar Teile ausgetauscht werden. Das werden wir dann doch lieber in Hamburg machen. Wer weiß, vielleicht fehlt ein Teil und dann dauert das mehr als einen Tag. Wir bedankten uns recht herzlich und fuhren zum Campingplatz zurück. Tatsächlich mußte die Heizung komplett nach Rückkehr ersetzt werden.

26.09.2019

Wieder heiter bis wolkig bei angenehmen 24°C. Unsere heutige Fahrradtour ging über die typischen Nebenstraßen erst nach Castellina im Chianti und weiter nach Poggibonsi. Vor dort zurück über ebenfalls Nebenstraßen zum Campingplatz in Berberino Val d` Elsa. Wir hatten eine autoarme und schöne Rundtour mit schönen Blicken in die Toskana und schönen Dörfern.

45km und 1.050 hm wurden verzeichnet.

27.09.2019

Heute steht bei wiederum schönem Wetter der Besuch von Volterra an. Wir packten also den Camper und fuhren nach Volterra. Für das Fahrrad war es etwas zu weit bei den vielen Höhenmetern. 90km im Flachland o.k., aber hier, nein das schaffen wir mit dem Biomotor doch nicht. Volterra ist eine schöne Stadt und wir liefen durch die Gassen und tranken in einem kleinem Bistro mit Aussicht über die Dächer einen Roten.

28.09.2019

Das wunderbare und nicht zu heiße Wetter hielt an und heute ging es mit dem Rad nach Greve. Auf dem Rückweg hielten wir in der Fattoria Le Fonti in Panzano an und kauften einen schicken Chianti und Olivenöl ein. Wir durften die Weine und das Öl testen. Die Entscheidung bei dem Wein fiel dann auf einen nicht billigen Riserva. Das Öl schmeckte wunderbar, sodaß wir für die Kinder auch noch drei kleine Flaschen mitnahmen.

Am Campingplatz angekommen hatten wir 49km und 1.285hm auf der Uhr.

29.09.2019

Nachdem wir nun sechs Nächte auf dem Campingplatz in Barberion Valle d´Else verbracht hatten, wollten wir einen Ortswechsel haben. Südlich von Siena liegt das kleine Örtchen Casciano di Murlo. Deren Campingplatz liegt am Hang vom hochgelegenen Ort mit schöner Aussicht und es kaum Urlauber da. Es ist keine Saison mehr. Allerdings wird es anstrengend bei den Radtouren werden, wenn man zurückkehrt. Wie gesagt, Casciano di Murlo liegt oben auf dem Berg. Wir machen heute einen Ruhetag.

30.09.2019

Das schöne Wetter hält an und wir radeln nach Siena. Von der Anfahrt nach Casciano di Murlo wissen wir: Bergab nach Siena und zurück bergan. Aber bei der Rückfahrt waren die Anstiege nicht so bissig, aber andauernd. Siena selbst als interessante Stadt hatten wir früher so gar nicht in Erinnerung und da war es für uns eine schöne Neuentdeckung.

Gegen Gebühr bewunderten wir den Dom und schlenderten über den Platz, auf dem das Paleo ausgetragen wird.

Schöne Architektur. Der Andrang der Touristen hielt sich in Grenzen. Wir konnten daher ohne Gedränge durch die Stadt schlendern.

Ach ja, unsere Leistung: 50km und 850hm.

01.10.2019

Immer noch warm und sonnig. Die Karte gab leider unsere Rundtour, die wir eigentlich wollten nicht her. Die einzige kurze Verbindung von ca. 2km wäre über die Nationalstraße gewesen, aber die ist für Radfahrer gesperrt. So blieb eigentlich nur eine Tour nach Bounconvento hinab und retour übrig. Bei Mouro war schon die Beschilderung für die stattfindende L´Eroica angebracht. Bis ganz nach Buonconvento sind wir dann doch nicht gefahren, denn die Stadt sah von oben nicht so einladend aus.

So drehten wir kurz vor dem Ziel um und bergauf ging es wieder zum Campingplatz. 40km und 750hm waren dann doch nicht soviel, aber wir hatten dann mehr Zeit für unseren Lesestoff.

02.10.2019

Heute wurde Regen angekündigt und wir packten unsere Sachen zusammen und verließen die Toskana mit unterwegs viel Regen zum Gardasee. In Nago-Trobole nahe Riva del Garda fanden wir den vorher ausgesuchten Campingplatz. Er war schon gut gefüllt und je später es wurde, kamen immer mehr bis am nächsten Morgen es hieß, daß der Platz belegt sei. Wir sind am Abend noch 17km zum Restaurantbesuch nach Malcesine geradelt. Lammkoteletts in Pinienkernmantel war wirklich lecker. Auf dem Rückweg war die Straße endlich einmal so leer, wie man es sich wünscht und in der Toskana gängig gehabt hat.

03.10.2019

Vom Wetter her windig bei ca. 20°C windig am See, aber sonnig.  Für unsere Wanderung zu dem Weg mit den vielen Treppen nach Busatte-Tempesta ideal. Oben am See war kaum Wind und wir hatten herrliche Blicke über den See. Drei Treppengänge mit diversen Stufen wurden an den Felswänden angebracht und boten schöne Ausblicke.

Zurück am See stand uns eigentlich nach einer kleinen Einkehr, aber bei dem Wind, eher war es jetzt schon Sturm, verzichteten wir darauf. Bilanz: 13km und 500hm. Für die Häretiker: Für den nächsten Tag habe ich mir ein Pedelec reserviert; ich will das einmal ausprobieren. Zumal es zum Lago di Ledro über Kilometer sehr bergauf geht.

04.10.2019 und 05.10.2019

Huch, ist das auf einmal kalt und ohne Sonnenschein. Wir beschlossen beim Frühstück einen Tag vorzeitig heimzukehren. Also keine Fahrt mit dem Pedelec. Mit einer Übernachtung in der Nähe von Pfaffenhofen kehrten wir zurück.

Sommer 2018 und nicht weit

Hamburger kennen das aus langjähriger Erfahrung. Wenn man beständigeres Wetter haben möchte, so muß man sich Richtung Süden aufmachen. Aber dieses Jahr war es anders. Der Sommer scheint nicht zu enden und wir wollten nicht im Auto sitzen, sondern eher auf dem Fahrrad.

Und so fuhren wir am 13. Juli 2018 los. Gegen 19:00h, nach dem ein Termin erfolgreich erledigt wurde, ging es los. Weit wollten wir nicht fahren, da wir bis gegen 22:30h einen Stellplatz zum Übernachten finden wollten. So fuhren wir von der A7 bei Northeim ab und suchten eine kleine Straße, wo wir einen Stellplatz ohne Einsicht finden können. An Bundesstraße funktioniert das nicht wirklich, also sucht man sich kleine Verbindungsstraßen zwischen Dörfern mit Waldanteil aus. So hatten wir schnell einen Platz gefunden; nur stand dort ein Auto, das nach kurzer Zeit das Weite suchte. Am nächsten Morgen offenbarte sich die Auflösung. Bei Helligkeit fanden sich im Gehölz zahlreiche gebrauchte Tempotaschentücher. Wir hatten zielsicher eine Schwulentreffpunkt gefunden.

14. Juli 2018

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns einen Kaffee. Der ist einfach überlebenswichtig und fuhren in das Weserbergland nach Gieselwerder und richteten uns auf dem dortigen Campingplatz häuslich ein. Das Notebook ausgepackt und eine Tour geplant:

Strecke:  60,67km, Höhenmeter: 709m

Gieselwerder – Gottsbüren – Sababurg – Hombressen – Ahlberg – Altmünden – Reinhardshagen – Gieselwerder

  1. Tag 15.07.2018

Strecke: 66,6 km, Höhenmeter: 927m

Gieselwerder – Lippoldsberg – Volpriehausen – Hettensen – Asche – Offensen – Heisebeck – Oedelsheim – Gieselwerder

  • Tag  16.07.2018

Strecke 77,3 km, Höhenmeter 491m

Gieselwerder – Bad Karlshafen – Beverungen – Dalhausen – Wasserschloss Wülmersen – Bad Karlshafen – Gieselwerder.

Am Beginn sind wir linksseitig der Weser gefahren. Am Wasserschloss Wülmersen, welches sehr hübsch anzusehen war, hatten wir eine kleine Einkehr geplant. Jedoch war das Café geschlossen. Und wir hatten Hunger und Durst; Terroranschlag. Also nach Bad Karlshafen. Allerdings war das auch kein Quell der Freude. Das für uns einzig annehmbare Restaurant an der Weser hatte geschlossen. Montags geht in der Gegend wohl gar nichts. Am Campingplatz konnten wir uns Kuchen und Cola kaufen und auf einer Sitzgelegenheit unter einer Linde verzehren. Der Kuchen war leider schrecklich, aber sättigte. Rechtsseitig der Weser sind wir nach Gieselwerder zurückgefahren. Man nimmt noch ein paar Steigungen mit, aber es ist der hübschere Weg.

  • Tag  17.07.2018

Wir sind inzwischen in der Rhön an einem schön gelegenen Campingplatz angekommen. Bei Ankunft wurde uns sogleich die kostenlose Nutzung des nebenan gelegenen Schwimmbades angeboten. Bei den Temparaturen ist das wirklich willkommen und wir haben das nach der Radtour auch genutzt. Wir sind gleich zu einer Radtour gestartet.

Unterwegs waren irgendwann die Trinkreserven erschöpft und in der Kirchenburg Ostheim gab´s Eis und Getränke.

Strecke:  58,9 km, Höhenmeter 582 m

Bischofsheim – Oberelsbach – Sondheim vor der Rhön – Ostheim vor der Rhön – Mellrichstadt – Unsleben – Bastheim – Schönau an der Brend – Bischofsheim

Sehr warm, so ca. 32°C. Es hat uns geschafft.

  • Tag  18.07.2018

Heute solll es in die Hochmoore der Rhön gehen, aber erst hatten wir so einige Anstiege zu bewältigen.

Wir hatten uns die Moore schon einmal vor Jahren angesehen und waren doch überrascht durch die Schönheit und die gut angelegten Stege durch die Moore.

Unterwegs gab es immer wieder schöne Aussichten über die Rhön:

In Fladungen hielten wir uns dann eine Weile im sehr anschaulichen fränkischen Freilandmuseum auf:

Die Temparaturen waren heute mit ca. 25°C radfahrerfreundlich.

Strecke: 63,7 km, Höhenmeter 976m

Bischofsheim – Gersfeld – Rotes Moor – Fladungen – Nordheim vor der Rhön – Sondheim vor der Rhön – Oberelsbach – Bischofsheim

  • Tag  19.07.2018

Unsere Fahrräder ließen wir einmal stehen, weil wir einmal wandern wollten. Als Ziel von Bischofsheim bietet sich das Kloster Kreuzberg an. Von einem früheren Besuch hatten wir noch das leckere Bier und und krosse Haxen in Erinnerung. Ja, tatsächlich: Es ist noch immer so. Das Bier war gut und wir haben uns eine Haxe geteilt. Es war zu warm. Gelaufen sind wir ca. 15km.

  • Tag 20.07.2018

Noch eine Fahrradtour bevor wir nach Westen fahren wollen, den für den nächsten Tag war für die Rhön Regen agekündigt.

Strecke: 52,87 km, Höhenmeter: 1.031m

Bischofsheim – Oberweissenbrunn – Langenleiten – Kissinger Hütte – Riedenberg – Oberbach – Neumühle – Oberweissenbrunn – Bischofsheim

  • Tag 21.07.2018

Abfahrt von Bischofsheim. Fahrt in den Naturpark Eifel in die Nähe von Monschau zum Campingplatz Schafbachmühle. Wir erhielten einen großzügigen Platz im dunklen und engen Tal. Der Campingplatz ist aber trotzdem sehr schön und kaum überlaufen. Für einen Restaurantbesuch sind ca. 6km zu radeln. Es war kühl und feucht, da es kurz vor Ankunft stark geregnet hatte.

  • Tag 22.07.2018

Heute ist es trocken, aber noch bedeckt. Aber das änderte sich im Laufe des Tages. So starteten wir eine Rundtour über die Höhen der Eifel. Unterwegs machten wir in Monschau halt:

Alkoholfreies Weizenbier und jeweils eine große Portion Eis erfrischten uns. Es war wieder richtig warm.

Leider trafen uns zwei Reifenpannen, aber auch das meisterten wir.

Strecke: 61,53 km, Höhenmeter:  903m

Schafbachmühle – Hellenthal – Oftetalsperre – Monschau – Einruhr – Dreiborn – Schafbachmühle

  • Tag  23.07.2018

Bei heiterem bis wolkigen Wetter ging es auf zur nächsten Tour. Wir erreichten die Urfttalsperre mit dieser Überquerung. Aufgrund der längs angebrachten Absperrung war es für Begegnungen etwas eng:

Rad- und Fußgängerbrücke Urfttalsperre

Auf dem weiteren Weg erblickten wir die NS-Schule Vogelsang:

So richtig bergauf wollten wir nicht und beließen es beim Anblick.

So einige schöne Ausblicke konnten wir genießen und weiter geht´s.

Bei der Abtei Marienwald machten wir Pause und schauten uns diese gerne an:

Strecke: 73,77 km, Höhenmeter:  708m

Schafbachmühle – Schleiden – Gemünd – Urfttalsperre – Rurtalsperre – Woffelsbach – Heimbach – Gemünd – Schleiden – Schafbachmühle

Tag  24.07.2018

Es wird wieder warm. Wir verlassen den Campingplatz und stellen den Marco Polo vor dem Platz für eine letzte Tour von hier. Die hügelige Landschaft zwingt uns oft bergauf. Naja, herunter ist dann sehr schön.

Zum späten Nachmittag brechen wir zur Mosel auf und finden bei Brodenbach einen Übernachtungsplatz.

Strecke:  57,62 km, Höhenmeter:  872 m

Schafbachmühle – Harpscheid – Blumenthal – Reifferscheid – Oberschömbach – Schmidtheim – Blankenheim Wald – Marmagen – Sötenich – Kall – Schleiden- SchafbachmühleTag 

25.07.2018

Aufgrund der zu erwartenden Hitze, tatsächlich wurden es in der Spitze 37°C, beschlossen wir heute keine bergige Strecke in Angriff zu nehmen und nach Koblenz zu fahren.

Zwischendurch fanden wir auch eine Badegelegenheit und kühlten uns in der Mosel ab.

Deutsches Eck in Koblenz

In Koblenz mußte Eis und alkoholfreies Hefeweizen her und wir schauten uns den touristischen Trubel an.

Fragt mich nicht, wie diese Burg heißt; es sind so viele davon an der Mosel.

Strecke: 62,12 km, Höhenmeter: 265 m

Brodenbach Koblenz – BorodenbachTag

26.07.2018

Wandern ist ja auch einmal schön und wir lassen die Fahrräder stehen und haben die Burg Thuran als Ziel. Der schmale Steig weit oberhalb der Mosel war schön schattig und mit herrlichen Aussichten.

In der wieder sehr heißen Mittagszeit erreichten wir die Burg.

Ja, wir durften noch einmal bergauf, bei 35°C fiel das nicht leicht.

Christel mußte ntürlich in jede Ecken schauen, wo ein Burgherr geschissen haben könnte. Ich bin es gewohnt.

Retour ging es auf dem gleichen Weg. Auf dem Campingplatz schauten wir einer Camperfamilie beim Packen für den folgenden Abreisetag an. Es dauerte sehr lange und die drei Toaster, die mit waren, mußten natürlich auch verstaut werden.

Strecke 13km

Tag 27.07.2018

Es ist immer noch heiß und wir bleiden beim Fahren am Fluß. Nur wir hatten es uns schöner vorgestellt. Leider führte der Moselradweg fast nur direkt an den vielbefahrenen Straßen beidseitig der Ufer entlang.

Gebadet haben wir auch. Nach Rückkehr sind wir aufgebrochen und haben als Ziel den Main. Unseren südlichsten Punkt dieses Urlaubes.

Strecke 59 km, keine nennenswerten Höhenmeter

Brodenbach – Cochem an der Mosel – Brodenbach

Tag 28.07.2018

Bei Freudenberg fanden wir einen schönen Campingplatz und stellten nach dem Frühstück gleich Fahrbereitschaft her. Auch für heute und bei dem sonnigen und sehr warmen Wetter blieben wir auf dem Main-Radweg.

Strecke:  79,9 km, keine nennenswerten Höhenmeter

Freudenberg – Großwallstadt – Freudenberg

Tag  29.07.2018

Man kann ja nicht immer nur am Fluß fahren und nahmen die Steigungen an. Die Abfahrt von Otternmühle nach Miltenberg durch das Erftal war superschön.

Strecke:  58,6 km, Höhenmeter:  657m

Freudenberg – Rauenberg – Nassig – Sachsenhausen – Steinbach – Riedern – Miltenberg – Freudenberg

Tag 30.07.2018

Einmal den Main hoch und zurück. Danach am späten Nachmittag fuhren wir Richtung Erfurt zum Thüringer Wald. Kurz vor Erfurt fanden wir einen Übernachtungsplatz auf einem Zufahrtsweg zu einem Windpark. Die Lichter von Erfurt und Weimar konnten wir sehen, weil es etwas oberhalb lag. Nur das waren nicht die einzigsten Lichter. Kaum waren wir eingeschlafen, wurden wir von hellem Licht geweckt. Man gedachte die Felder der LPG zu bestellen und kurfte mit Riesengerät darauf herum. Die Maschinenführer hatten sicherlich ihren Spaß. Wir machten uns aus dem Staub und ich schimpfte zwei Stunden über die „Ostgoten“ und deren Sitten. Alle Vorurteile wurden ausgebreitet. Es machte einen Riesenspaß sich da hineinzusteigern und und uns war bewußt, daß wir das überhaupt nicht ernst meinten. Dazu trug auch eine selten dämlich ausgeschilderte Umleitungsstrecke bei. Um 6:00h fanden wir noch die ersehnte Tankstelle und einen offenen Bäcker, sodaß wir zum Frühstück zum Campingplatz nahe Erfurt fahren konnten.

Strecke der Radfahrt: 75km, keine nennenswerten Höhenmeter

Freudenberg – Wertheim – Bettingen – Wertheim – Freudenberg

Tag 31.07.2018

Wir waren natürlich zu früh da und mußten eine Stunde warten, aber dann gab es Frühstück. Schön gelegener Campingplatz am See und wir starteten danach in Richtung Weimar. Leider machte der Garmin irgendwie Sorgen. Er fand kein Positionssignal, aber später war alles wieder in Ordnung. Das hatten wir noch nie gehabt und hatten es bis jetzt auch nie wieder. So nutzten wir die Karte und radelten zuerst zum KZ Buchenwald. Wir steuerten es von der Nordseite an und entsprechend ging es bei 36°C im Schatten steil bergauf. Auf der Höhe angekommen, waren unsere Trinkwasservorräte verbraucht und wir klingelten im Dorf vor dem KZ an einer Haustür und baten um Wasser. Man reichte uns eine Flasche Mineralwasser. Noch einmal herzlichen Dank dafür. Nach der Besichtigung von Buchenwald ging es die lange abfallende Straße hinab nach Weimar. Dort aßen wir ordentliche Portionen Eis, bevor wir uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz machten. Kurz vor Erreichung des Ziels gab´s noch eine heftige Dusche von oben.

Strecke:  68,8 km, Höhenmeter nicht gemessen, da Navi teilweise ausgefallen.

Hohenfelden – Mönchenholzhausen – Niederzimmern Hottelstedt – KZ Buchenwald – Weimar – Bad Berka – Tonndorf – Hohenfelden

Sehr heiß, ca. 36°CTag

01.08.2018

Zum Aufwachen erwartete uns heftiger Regen, der aber bald aufhörte und wir machten uns erneut auf um vor dem Thüringer Wald eine Runde zu drehen. Es war bedeckt und mit 25°C Temperatur angenehmer. Wir hatten eine schöne Fahrt an der Ilm entlang bis Stadtilm.

Strecke:  69,9 km, Höhenmeter:  661m

Hohenfelden – Kranichfeld – Stadtilm – Marlishausen – Witzleben – Osthausen – Hohenfelden.

02.08.2018

Es regnet und wir fahren jetzt schon an die Elbe in die Nähe von Magdeburg. Der Campingplatz liegt bei Plötzky und hat einen Badesee. Sehr schön. Wir sind nach Magdeburg über Land gefahren und uns dort das Hundertwasser-Haus angesehen.

An der Elbe ging es dann zurück.

Strecke: 46k

Tag 03.08.2018

Es wurde wieder sehr warm und wir nutzten einmal die Möglichkeit einen Teil des Elbe-Radweges zu fahren. Sehr schön.

Strecke:  89,17km, keine nennenswerten Höhenmeter

Plötzky – Gommern – Ladeburg – Loburg – Lindau – Walternienburg – Dornburg – Gommern – Plötzky

04.08.2018

Nun ist leider das Ende unserer Reise erreicht und wir machten noch eine kurze Fahrt an der Elbe. Danach fuhren wir unseren Camper wieder nach Hamburg zurück.

Dornburg

Strecke:  44km, keine nennenswerten Höhenmeter.

Plötzky – Gommern – Dornburg – Prödel – Gödnitz – Walternienburg – Dornburg – Gommern – Plötzky

Mit dem Marco Polo durch Deutschland, Italien und Frankreich 2017

Seit März 2016 haben wir uns den Mercedes Marco Polo zugelegt und haben damit unsere Urlaube durch eine weitere Facette ergänzt. Statt einer typischen Radreise suchen wir nun auch mal den Campingplatz auf und fahren Tagesrunden vom Standort.

  1. Tag 07.07.2017

Abfahrt gegen 16:00h Richtung Süden bis zum Holzlagerplatz zwischen Autobahnabfahrt Hünfeld/Schlitz und Fulda. Je weiter wir nach Süden kommen, um so wärmer wird es. Auf der Gegenseite der Autobahn Kolonnen von Polizeimannschaftswagen, die nach Hamburg zu den Krawallen zum G20 wollen. Übernachtung ist nicht ganz ruhig. Schöner Platz, aber Lärm durch die nahe ICE-Strecke.

 

  1. Tag 08.07.2017

Weiterfahrt. Wir wollen endlich einmal in den Steigerwald und fahren  bis Ebrach, wo wir einerseits einen schönen Campingplatz beziehen und andererseits bei einem Dorfbummel das Lokal in einem aufgelassenen Bahnhof wiederfinden, wo wir früher mit den Kindern zu Abend gegessen hatten (mit frischen Pfifferlingen). Wir hängen ein bischen ab und kochten uns Spaghetti Bolognese.

 

  1. Tag 09.07.2017

Heute soll es mit dem Rad nach Bamberg gehen. Nach dem Frühstück geht es los:

Strecke: Ebrach – Untersteinbach – Falsbrunn – Priesendorf – Stegaurach – Bamberg – Roßdorf – Lembach – Falsbrunn – Neudorf – Ebrach

Entfernung: 87,8 km

Wetter: Sonnig, ca 31°C

Viele Steigungen über drei Hügelzüge hin und das ganze noch einmal zurück. Bamberg ist eine hübsche Stadt. Schade, daß man die Bierspezialitäten, Bamberg hat neun Brauereien, aufgrund der Hitze nicht genießen konnte.

 

 

  1. Tag 10.07.2017

Aufgrund der Wetterlage sind wir etwas unsicher. Weiterreisen oder bleiben. Wir entschieden uns für eine Radtour nach Burgebrach und zurück auf dem Bahnradweg. Strecke: 42km. In Burgebrach haben wir den Reifen von Christels Hinterrad beim dortigen Fahrradgeschäft aufgepumpt. Es läßt Luft. Der Inhaber hat extra für uns kurz für eine Luftpumpe aufgemacht und ich habe noch einen Ersatzschlauch gekauft, weil ich meinen zu Hause nicht eingepackt hatte. Stattdessen habe eine Schachtel mit Pedale eingepackt, wie sinnig.  Zurück auf dem Campinplatz habe ich das Winzloch geflickt.

Nach Kaffee und Kuchen packten wir unsere Siebensachen und machten uns Richtung Gardasee auf. Wir fuhren bis südlich von München und campierten im uns bekannten Hofoldinger Forst. Einige Wege darf man befahren und so einen haben wir uns ausgesucht und einen kleinen, abgehenden Forstweg ausgesucht, wo wir nicht stören werden. Kaum hatten wir den Marco Polo abgestellt, fing es an zu regnen. Anfangs schüttete es gerade zu, ließ dann aber nach und hörte ganz auf. Zu essen gab es Nudeln mit übriggebliebener Sauce Bolognese. Beim Prasseln des Regens auf dem Dach schmeckte es noch leckerer.

 

  1. Tag 11.07.2017

Am Morgen werden wir mit Sonne geweckt und wir fragen uns, ob unser Entscheid zum Gardasee zu fahren, richtig war. Wir packten alles zusammen und fuhren Richtung Miesbach um einen Bäcker zu finden. So schön präsentierte sich die oberbayrische Landschaft, aber am Himmel waren bald erste Quellwolken zu sehen und der Wetterbericht im Rundfunk verhieß auch nichts Gutes. Wir blieben bei unserer Entscheidung und fuhren an den Gardasee. Einen Campingplatz, Schattenplatz unter Olivenbäumen fanden wir bald an der Ostseite des Gardasees. Leider an der Durchgangsstraße und unsere Hoffnung, daß es nachts ruhiger wird, trog. Jedenfalls haben wir in einem schönen, ein wenig abgelegenen Restaurant gut gegessen.

 

Wetter: Erst sonnig, dann am Nachmittag etwas Gewitter mit Regen und danach wieder sonnig. 30°C.

 

  1. Tag 12.07.2017

Wir sind aufgebrochen haben uns einen wunderschönen, abseits der Straße, höher gelegenen Campingplatz südlich von Casteletto di Brenzone aufgesucht. Den Marco Polo campingfertig gemacht und unsere Räder genommen und nach Süden am Gardasee bis Bardolino und zurückgefahren. Ein bischen in die Geschäfte von Garda in den schmalen Gäßchen geschaut und in Bardolino direkt am See in einem kleinen Bistro einen Snack genommen. Meistenteils habe wir die Straßen genommen, nach Garda konnten wir direkt am See auf der „Promenade“ fahren. Unterwegs haben wir zweimal zum Baden angehalten. Herrlich erfrischend.

 

Wetter: Sonnig 30°C

 

  1. Tag 13.07.2017

Der Tag beginnt wieder mit viel Sonne und Wärme. Die Fahrräder bleiben heute auf dem Campingplatz stehen und wir brechen zu einer kleinen Wanderung auf. Direkt nach dem Ausgang geht es rechts auf einem schmalen mit buckligen Pflaster befestigten Weg bergaufwärts.

Diese schmalen, für Eseltransporte, hergestellte Wege sollten uns auf unserer Wanderung begleiten. Über das Künstlerdorf Campo, San Antonio delle Pontare nach Sommavilla zum See hinunter und daran zurück.

 

Die Hitze und die steilen Wege schafften uns. Aber wir hatten wunderschöne Ausblicke auf den See und die unter uns liegenden Orte.

In Assenza haben wir uns eine große Portion Eis gegönnt, bevor wir uns auf den Weg auf der Uferpromenade machten.

 

Zum Abend gab´s unser leckeres Matschepasche (gedünstetes mediterranes Gemüse, Salami darin und Reis).

 

  1. Tag 14.07.2017

Es sind wieder die Fahrräder gefragt, aber auch eine kleine Wanderung soll eingebaut werden. Wir nehmen die Fähre von Castelletto di Brenzone und schippern nach Limones. Hat nichts mit Zitronen zu tun, aber mit viel Touristen. Der Name kommt von Limes (Grenze). Aber trotzdem werden dort alle möglichen Zitronenprodukte angeboten. Wir stellen am Hafen die Räder ab und starteten unsere kleine Höhenwanderung oberhalb des Städtchens mit schönen Ausblicken. Zurück und mit einem Eis gestärkt traten wir mit dem Fahrrad den Rückweg über Riva del Garda an. Auf der leider viel befahren Straße ging es durch Tunnel, Galerien zum Campingplatz. Einen Regenschauer nahmen wir auch noch mit. Abends suchten wir wieder das Restaurant „De Umberto“ aus. Leckeres Essen und doch günstig.

Strecke: 42km (Fahrrad)

 

Wetter: Heiter bis wolkig, Schauer; 25°C

 

  1. Tag 15.07.2017

Wir verlassen den schönen Campingplatz und fahren zur Westseite des Gardasees und finden bei Manerba einen schönen, am See gelegenen Campingplatz. Heute wollen wir einmal einen Ruhetag einlegen. Was heißt Ruhetag; wir sind doch für ein kleine Runde aufgebrochen. Wenn es auch nur 8km waren, so ging es doch ziemlich bergauf und bergab zum Dörfchen San Felice die Benaco. Typisches italienisches Dorf mit allen kleinen Läden, die der Dorfbewohner braucht. Und herrlich: Ohne Touristen.

 

 

  1. Tag 16.07.2017

Für heute ist eine Fahrradtour geplant. Wir fahren zuerst über den Hügel nach Salo und tauchen in die Innenstadt mit einer schönen Einkaufsstraße ein, danach geht es an der Promenade weiter mit einem schönen Blick auf die Bucht. Leider müssen wir weiter nach Maderno auf der viel befahrenen Straße, die rund um den Gardasee führt. Es war eine einzige Blechkrötenwanderung in beiden Richtungen. In Maderno ging es dann rechts bergauf auf einer steilen Straße, die anfangs noch mit ca. 12° Steigung machbar war, aber bald 20° steil wurde. Nun hieß es schieben durch eine schöne und grüne Bergwelt. Nach einiger Zeit hatten wir den Scheitelpunkt erreicht und konnten uns hinabrollen lassen. Schöne Ausblicke hatten wir reichlich. Eine Abzweigung verpaßten wir und kamen am Beginn des Abbiegens wieder heraus. Dadurch hatten wir dann zur Bestrafung einige Kilometer mehr auf der „Todesstraße“ bis Salo. Von dort fuhren wir eine schönere Strecke über Portese zum Campingplatz zurück. Abends kehrten wir im Restaurant auf dem Campingplatz ein. Leckers Essen für schmales Geld.

Strecke:  43km

Wetter: Sonnig, ca 29°C

 

  1. Tag 17.07.2017

Gestern Fahrrad, heute wurden die Wanderschuhe geschnürt. Vom Campingplatz marschierten wir am See Richtung Porto Torchia, bogen aber vorher nach Pieve Vecchia ab. Von dort ging´s weiter nach Manerba des Garda über kleine Straßen und Dörfchen. Touristen in ihren Blechdosen haben wir kaum gesehen, dafür entzückende Gassen und viel Grün.

Zuletzt ging es in ein kleines Naturschutzgebiet auf den Punta Sasso. Einem Aussichtspunkt direkt an den Klippen mit Blick auf den See und wir konnten unseren Campingplatz anhand des Restaurants und umstehenden Zypressen ausmachen. Danach steil hinunter an den Strand und am Porto del Torchia setzten wir uns an eine kleine Snackbar und schauten bei Eis und Bruschetta den Kapitänen beim Ein und- Ausslippen ihrer Motorboote zu.  Den Rest des Weges zum Campingplatz am Strand entlang schafften wir dann auch noch.

 

  1. Tag 18.07.2017

Wir verlassen den Campingplatz und wollen südlich Alessandria uns eine nicht zu bergige Landschaft mit Campingplatz suchen. Aber wir wurden nicht fündig. Weder das eine noch das andere konnten wir auftreiben. Wir sind aber trotzdem einen schönen Pass gefahren und haben dann beschlossen, Richtung Cuneo nach Frankreich weiterzufahren. Bei Alba fanden wir die Landschaft sehr schön, hügelig, aber nicht zu steile Berge und haben uns dort einen Campingplatz gesucht und gefunden. Morgen soll es dann mit dem Rad in die Landschaft gehen.

 

  1. Tag 19.07.2017

Ausnahmsweise gibt es hier keine Brötchen auf dem Campingplatz; 1km weiter in die Stadt mit dem Rad gibt es eine kleine Bäckerei, wo wir uns mit Brötchen, riesengroß, versorgen konnten. Nachdem Frühstück machten wir uns mit den Rädern auf in die schöne Landschaft des Barolo. Weinstöcke, wo man auch hinschaut. Allerdings setzten wir auch körperlichen Einsatz zu, denn die Städtchen, die wir auf unserer Rundtour besuchten, liegen alle auf den Kuppen der Hügel. Also steile Anfahrt und danach ebenso steil hinunter.

In der Reihenfolge waren es Diano d´Alba, La Morra, Verdune und Roddi. Immer schöne Ausblicke zwischendurch und erstaunlicherweise wenig Touristen. Die, die wir dort gesehen haben, waren wohl auf Einkaufstour zur Auffüllung der heimischen Keller. Überall in den Städtchen und auch unterwegs konnten wir, dringend benötigt, unsere Trinkflaschen an Wasserspendern füllen. Unsere Bilanz:  40,4km und 706hm.

Kosten: Eis  EUR 7,00

Wetter: Sonnig, 31°C

 

  1. Tag 20.07.2017

Gestern haben wir zusammen auf der Velomap ein Tour geplant, die wir heute fahren wollen. Nach dem Frühstück brechen wir auf und nach Alba ging es wieder bergauf und bergab mit schönen Ausblicken. Unterwegs haben wir die geplante Tour aufgrund einer viel befahrenen, geraden und langweiligen Straße umgeschmissen, mit dem Effekt, noch mehr Höhenmeter. Aber dafür hatten wir noch mehr schöne Landschaft.

 

In der Reihenfolge fuhren wir an Ortschaften an: Neive, Coazzolo, Castagnole delle Lanze, Barbaresco (die Stadt mit dem Wein) und zurück nach Alba. In Barbaresco aßen wir Eis und tranken eine Cola. Die Erfrischung hatten wir uns verdient.

Wetter: Erst bewölkt und ca. 24°C, dann immer sonniger und wieder 30°C.

 

  1. Tag 21.07.2017

Wir nehmen Abschied von Alba und der schönen Landschaft und brechen Richtung Frankreich zur Ardeche auf. Jedoch machen wir unterwegs wieder die Feststellung, daß man für kleinere kurvige Landstraßen und Passfahrten erheblich mehr Zeit benötigt. Kurz vor Gap fuhren wir oberhalb des Lac de Serre-Ponḉon entlang und sahen unten am See eine interessante Straße für eine Fahrradtour. Da wir nun schon spät dran waren, entschieden wir uns spontan hier einen Campingplatz aufzusuchen und eben später an die Ardeche zu fahren. Vorher mußte aber noch einer der großen Supermärkte angefahren werden. Unsere Tassimo-Kapseln waren schon vor drei Tagen verbraucht und in Italien waren die nicht zu bekommen. Wir fanden dann bei Chorges am See den Campingplatz Le Roussou, der einen guten Eindruck machte. Unsere Befürchtung, alles könne belegt sein, bewahrheitete sich nicht. Unzählige Wohnmobile standen an den Straßen und sind wohl der Tour de France geschuldet, die hier vor kurzem durchkam.

Wetter: Tagsüber sonnig, 30°C und am Abend Gewitter mit Abkühlung auf 19°C.

 

  1. Tag 22.07.2017

Nach dem Frühstück nahmen wir unsere Fahrräder und sahen zu, daß wir die Todesstraße nach Savin-de-Lac möglichst schnell hinter uns zu bringen. Wir bogen auf die deutlich ruhigere Straße nach Port Saint-Pierre ab. Nun ging es mit schönen Blicken au den See stetig bergauf. Auf dem Scheitelpunkt bei Le Seuze-de-Lac machten wir kehrt. Zum See zurück versuchten wir es hinter Brücke noch einmal nach rechts Richtung Puy-Sanniers. Wir kurbelten uns wieder in die Höhe bis wir dann keine Lust mehr hatten, drehten und ab ging´s zurück zum Campingplatz. Ein erfrischendes Bad und relaxen hat auch etwas.

 

  1. Tag 23.07.2017

Heute sind wir wieder mit dem Marco Polo aufgebrochen. Ziel: Die Ardeche. Schon zu Beginn der Schlucht hatten wir schönste Ausblicke. Aber noch hatten wir bis zum ausgesuchten Campingplatz Le Midi ca. 20km zu fahren. Wir achteten schon darauf, ob die Straße wieder viel befahren ist, aber trotz Wochenende hielt sich der Autoverkehr sehr in Grenzen. Wir freuen uns schon auf die Radtouren und die Kajaktour. Jedenfalls kann man überall, auch auf unserem Campingplatz, Kajaks leihen. Rücktransport inklusive. Weil es so heiß war, haben wir ertsmal ein Bad in der Ardeche genommen. Am Abend suchten wir ein schönes Restaurant auf und gönnten uns das Überraschungsmenü mit darauf abgestellten Weinen. Wir ließen es also einmal krachen.

 

Wetter:  Sonnig, 32°C

 

  1. Tag 24.07.2017

Wir starten heute zu einer Rundtour an der Ardeche. Linkswärts am Ausgang des Campingplatzes nehmen wir radelnd unsere Tour auf und erreichten nach ca. 1km die bekannte Pont d´Arc, dem Felsenbogen über die Ardeche. Ein weitbekanntes Motiv.

Weiter ging es nach Vallon-Pont-d´-Arc. Am Ortseingang bogen wir ab und hier begann eine lange, aber nur mäßige Steigung zu einem Hochplateau.

In Saint Remeze folgten wir den Hinweisschildern zu einem Lavendelmuseum. Statt Eintrittskarten kauften wir uns ein Lavendeleis. Es roch nach Lavendel und schmeckte auch danach. Das war dann unsere Pause. Weiter ging eine ziemlich breite, aber etwas holperige Straße zum Aussichtspunkt Gorges de Ardeche.

Es ist wohl der höchste Punkt der D290 mit einem schönen Blick über die Schlucht der Ardeche. Zum Schluß die kurze und steile Abfahrt zum Campingplatz.

Christel ist dann 30km gefahren und Lutz 40km. Naja, der nächste Supermarkt ist eben in Vallon-Pont-d´-Arc. Die Strecke ist aber so schön, daß das auch Spaß bringt. Ein Schauer zwang zu einem Aufenthalt unter einem Baum, aber danach war es wieder sonnig. Das Essen im Restaurant um die Ecke nach links war nicht so toll. Wir aßen jeder ein Pizza, also blieben die Kosten in Grenzen.

Wetter: Heiter bis wolkig, auch ein Schauer, 26°C

 

  1. Tag 25.07.2017

Für heute hatten wir uns vorgenommen, eine Kajaktour zu machen. Auf dem Campingplatz leihen wir uns ein Zweierkajak und entschieden uns für eine relativ kurze Tour von 13km. Ausgestattet mit Schwimmwesten und einer Tonne für die wenigen Siebensachen transportierte uns und Mitstreiter ein Bus mit Anhänger für die Kajaks ein Stück hinter Vallon-Pont-d´-Arc. Dort paddelten wir dann los. Nach einiger Zeit hatten wir dann unseren Takt gefunden. Es waren außer unserem noch Dutzende Kajaks unterwegs, was an den Bootrutschen und Flußschnellen für Staus und manche Überraschungen, wie querstehende Kajaks mitten in den Schnellen sorgte. Manche hatten wohl beim Steuern links mit rechts verwechselt. Aber landschaftlich war die Strecke sehr schön und wir genossen es die Ardeche auch einmal aus dieser Perspektive zu sehen. Kurz darauf erreichten wir das Ufer unseres Campingplatzes, zogen das Kajak aus dem Wasser, gaben unsere Sachen ab und machten erst einmal Siesta. Nach dem obligatorischen Kaffee zum Nachmittag fuhren wir mit dem Rad noch einmal nach Vallon-Pont-d´-Arc und schauten uns kurz die Tourigasse mit allem Kitsch an, kauften ein und fuhren zurück. Heute kochen wir selbst und werden es uns schmecken lassen.

Wetter: Heiter bis wolkig, 25°C; fühlte sich durch den Wind kühler an.

 

  1. Tag 26.07.2017

Kurz hinter dem Campingplatz Richtung Saint-Martin d´-Ardeche geht es ziemlich steil hinauf zu einer Art Pass. Wir sind diesen schon vor zwei Tagen hinabgefahren und uns gefragt, ob wir es auch hinaufschaffen würden. Heute probierten wir es aus und wir schafften es. Schnell noch einmal auf die Ardeche geschaut und weiter fuhren wir bergauf und bergab mit vielen weiteren tollen Ausblicken bis zur Abzweigung der D590 nach Saint Reme´ze. Eine kleine Straße entlang ging es stetig bergauf zum Dorf und dort fanden wir eine Brasserie, in der wir ein Eisbecher genossen haben. Nun hatten wir den umgekehrten Weg, von vor zwei Tagen, zurück über Vallon-Pont-d´-Arc und Pont-d´-Arc. Wegstrecke: 42,2km.

Wetter: Heiter bis wolkig, 27°C, aber teilweise windig.

 

  1. Tag 27.07.2017

Abfahrt von der Ardeche. Die Planung, traf, wie oft, nicht ein, in den Elsass zu fahren, um dort noch ein Tag eine Radtour zu machen. Wir suchten uns den Ort Gerarmont aus, aber als wir dort eintrafen, stellte sich das ganze wie fast eine Gebirgsregion dar. Da bleibt einen nur übrig, die vielbefahrenen Straßen zu befahren und das ganze mit entsprechenden Steigungen. Das wollten wir nun doch nicht und fuhren weiter nach Epinal. Am Stadtrand suchten wir den Campingplatz mit dem Wort Chateau im Namen auf. Es ist ein ruhig gelegener Campingplatz, aber von einem Chateau war nicht einmal ansatzweise etwas zu erahnen. Oder wurde die Burgruine oberhalb von Epinal damit gemeint? Nach Aufbau des Marco Polo war es schon spät und so fuhren wir hinab in die Stadt um uns ein Restaurant zu suchen. Auf dem Marktplatz fand ein kleines Fest statt, eine Band spielte und wir setzten uns in das am Platz befindliche Restaurant. So schlechtes Essen hatten wir schon lange nicht mehr gehabt und es fing an zu regnen und dann zu schütten. Nach einer Weile brachen wir auf um wieder den typischen Murphy-Effekt zu erleben. Bei Ankunft auf dem Campingplatz hörte es auf und wir waren durchnässt. Na Klasse.

Wetter:  Sonnig, bedeckt, Regen, 20 bis 25°C

 

  1. Tag 28.07.2017

Leider nähert sich unser Urlaub dem Ende; also Aufbruch gen Norden. Jedoch wollen wir heute noch einmal eine kleine Radrunde starten. Die Sachen zusammengepackt, mit dem Camper bis nach Chateau Salins gefahren, geparkt und die Fahrräder fertiggemacht. So sind wir mitten in Lothringen über 33 km über die Dörfer gefahren. Touristisch ist da nichts los und dementsprechend war es leer auf den kleinen Straßen. Die Landschaft war mit Weiten, Flußtal und Wald doch recht abwechslungsreich und schön. Unterwegs passierten wir die Dörfer Jallaucourt, Malaucourt-sur-Seille und Aboncourt-sur-Seille bevor wir wieder nach Chateau Salins zurückkehrten. Mit dem Camper ging es dann weiter Richtung Hamburg. Erst einmal verfuhren wir uns, weil wir Sarrebourg für Saabrücken hielten, aber dann hatten wir doch den richtigen Weg und machten im Hochtaunus bei Usingen Halt. Dort fanden wir ein Ausflugsrestaurant, wie wir uns das so vorstellten. Anschließend parkten wir zur Nacht dreihundert Meter weiter auf einem Parkplatz für ein römischen Kastell.

 

  1. Tag 29.07.2017

Nur noch Rückfahrt nach Hamburg. Back home

Radreise 2015 -Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Belgien

Dieses Jahr stand einmal nicht eine Radreise an, die uns fast nur über altltbekannte und ausgeschilderte Radfernwege führt. Als Reisegebiet wählten wir Rheinland-Pfalz, Vogesen, Lothringen, Luxembourg, Belgien mit dem Ziel Aachen in Nordrhein-Westfalen aus.

Wir planten, insbesondere in Frankreich, die ganz normalen D-Straßen zu fahren. Also wurden im Vorwege ING-Karten beschafft, zusätzlich hatten wir eben noch ADFC-Karten im Maßstab 1:150.000 für Deutschland mit.

Für die Strecken in den Vogesen und Lothringen gab uns Natalie aus dem Radreise-Forum einige Tips, so daß wir schon einmal einen Anhalt hatten, wo es sich landschaftlich lohnt.

 

1.Tag  01.08.2015

Wir bestiegen früh in Hamburg-Altona den IC nach Heidelberg um dort dann umzusteigen in den RE nach Neustadt an der Weinstraße. Aufgrund der Verspätung des IC hatten wir den Anschluß verpaßt und nahmen eben den nächsten Zug. Werner, noch mal Radreise-Forum, wollte uns am Zielbahnhof erwarten und uns ein wenig begleiten. Unglücklicherweise erfuhren wir im Zug, daß zwischen Haßloch und Neustadt an der Weinstraße Zugersatzverkehr eingerichtet wurde. Werner kurz infomiert, der sich kurzentschlossen auf den Weg nach Haßloch machte und uns dort empfing.

Es bot sich an, auf den Weg nach Wissembourg den Radfernweg Deutsche Weinstraße zu nutzen. Aber erst einmal kehrten wir nach ein paar Kilometern in eine Waldschänke unterhalb des Hambacher Schlosses ein. Es war schon nach Mittag und wir hatten Hunger und Durst. Werner begleitete und durch die Weinberge bis nach Burrweiler. Davor kamen wir noch durch Rhod unter Rietburg als schönes und durch Blumenpracht hübsches Weinörtchen. Ein bischen touristisch, aber trotzdem schön.

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Seliges Weinstädtchen

Nachdem uns Werner verlassen hatte, begann eine Odyssee nach einer Unterkunft. Wo wir auch fragten, es waralles belegt. Weinfeste überall. Hmmmh, was nun? In die Rheinebene fahren oder weiter Richtung Frankreich? Eine Hotelbesitzerin bot sich an, obwohl sie selbst die Bude voll hatte, herumzutelefonieren. Nach einiger Zeit zeigte sie sich mit der frohen Botschaft, es gäbe in Annweiler am Triefels noch ein freies Zimmer. Und so war es auch, ein ordentliches Hotel mit schönem Ausblick. Was will am mehr.

Halbtagesstrecke 39km

 

2.Tag  02.08.2015

Durch ein gutes Frühstück gestärkt starteten wir in einen sonnigen Tag. Wir wollten an der Burg Trifels vorbei wieder auf den Radfernweg Deutsche Weinstraße gelangen. Nur sind wir irgendwie verkehrt gefahren und landeten oben auf der Burg Trifels. Ende im Gelände. Also zurück und neu versuchen. Nach drei, vier Kilometern bergab fanden wir ein Möglichkeit von der Straße abzufahren. Der anfangs breite Waldweg verengte sich immer mehr zu einem Singletrail. Wir haben es dann irgendwie mit unseren Reiserädern geschafft an der ursprünglich angepeilten Stelle herauszukommen.

Weiter ging es über Bergzabern nach Wissembourg. Zwischendurch haben wir eine Eispause eingelegt. Das Wetter mit Sonne und ca. 30°C legte es nahe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich in Frankreich gleich nach der Grenze das Straßen- und Häuserbild völlig verändert. Wir fanden ein nettes kleines Hotel in einer Seitengasse und schritten zu einer Stadtbesichtigung und Auffinden eines Restaurants, wo wir gut zu Abend gegessen hatten.

Wissembourg
Wissembourg

Tagesstrecke 56km, mag wenig sein, war aber den Hügeln und der Wärme geschuldet. Wir sind nicht auf der Flucht!!

 

3.Tag  03.08.2015

Der neue Tag verspricht wieder sehr sonnig und warm zu werden. Wir starten nach dem Frühstück Richtung Drachenbronn. Dann ging es über Lembach, Obersteinbach, Reichshofen in das Baerenthal. Also über die Hügel auf und nieder durch kleine Dörfer und schöner Mittelgebirgslandschaft. Es wurde immer wärmer und bei 32°C stoppte das Thermometer. Unterwegs bei einer Rast sahen wir zwei radreisende Mädchen vorbeiziehen. Die ersten die wir in Frankreich mitten in der Provinz entdeckten. Unsere Wahl, die kleinen Departementstraßen zu nutzen, erwies sich als richtig. Kaum Autoverkehr und die wenigen, die unterwegs waren, fuhren respektvoll an uns vorbei.

Im Baerenthal war es am Flüßchen schön schattig und kühl. So ging es über ca. 10km bis zum Örtchen, wo wir uns einquartierten. Es war abends immer noch so warm, daß wir am nahe gelegenen Restaurant des kleinen Freizeitparks lediglich eine Pizza herunterbrachten. Erfrischendes Bierre blanche war auch zu haben, man merkte die Nähe zu Deutschland.

Tagesstrecke 56km, puh, war das warm. Ist man aus Hamburg nun so gar nicht gewohnt.

 

4.Tag  04.08.2015

Weiter soll es Richtung Verdun gehen. Wir entscheiden uns, nicht über Metz, sondern über Pont-a-Mousson zu fahren. Dieser Tag sollte nicht zu den Highlights der Reise gehören. Vom Wetter her war es eher bedeckt und kühl. Ein heftiger Regenschauer überraschte uns in der nicht so attraktiven Landschaft. Die Orte hatten vielfach DDR-Charme, hervorgerufen durch den Niedergang der Stahlindustrie in Lothringen. Longwy ist nicht weit…Über Lemberg, Sarre-Union, Nelling erreichten wir Lening, wo wir das einzige Hotel, welches weit und breit zu finden war. Keines, welches man in Erinnerung behalten sollte; wir haben den Namen vergessen.

Tagesstrecke 65km

 

5.Tag  05.08.2015

Nach einem schmalen Frühstück schwangen wir uns auf die Räder und fuhren jetzt durch ein doch wieder attaktivere Landschaft. Leicht wellig und auf den Hügelkuppen mit immer wieder weiten Ausblicken. Auf den Äckern konnten wir einige, vereinzelte Bunker erblicken. Wir vermuteten, daß es sich um Teile der Maginot-Linie handelt. Erschlossen für Besichtigungen war keiner und Hinweistafeln waren nicht zu entdecken. Heute wurde es wieder richtig heiß und über Morhange, Nomeny erreichten wir Pont-a-Mousson, wo wir eine Unterkunft fanden. Auf der Suche nach einem Restaurant haben wir noch dieses kleine Städtchen kennengelernt. An der Marina fanden wir ein schönes Restaurant und speisten zwischen den Besitzern der Freizeitboote sehr lecker:  Aus frischen Kartoffeln zubereitete Frites und Beauf Tartar schmecken. Wie schon öfters erlebt, an den Marinas findet man oft gute Lokalitäten, nie preiswert, aber immer gut.

Tagesstrecke 80km

 

6.Tag  06.08.2015

Die Hitzewelle geht weiter. Im Gegensatz zu Deutschland war es wohl schon länger heiß und trocken. Auf den Weiden waren Raufen gefüllt, es mußte zugefüttert werden. Wiesenflächen sahen ziemlich verdorrt aus. Unserer IGN-Karte konnten wir entnehmen, daß wir auf unserer Strecke den Lac de Madine berühren würden und freuten uns, uns abkühlen zu können. Der See entpuppte sich tatsächlich als Badesee. Erst einmal ins Wasser: Zischschschsch…Wollen wir noch wieder schwitzend weiterfahren? Nein, an der gegenüberliegenden entdeckten wir ein schönes Hotel in Hedicourt-sous-les-Cotes. Das Zimmer bezogen, die Fahrräder eingeschlossen, die Badesachen unter die Arme geklemmt, sind wir einen kurzen, schönen Fußmarsch zum See gelaufen und noch zweimal uns abgekühlt. Jetzt hatten wir doch Hunger und genossen ein mehrgängiges Menü um dann wohlig ins Bett zu fallen.

Tagesstrecke: 37km, ja, wir waren faul. Na und?

 

7. Tag 07.08.2015

Heute gab es ein richtig umfangreiches Frühstück. Das normale petit dejeuner ist doch manchmal ein bischen knapp für die Bedürfnisse des Reisradler. Wir brechen schon bei gut gestiegener Temperatur Richtung Verdun auf. In Hedicourt-sous-les-Cotes hielten wir noch an einem Supermarkt für Snacks für unterwegs an. Gerade angehalten, kamen noch zwei Reiseradler aus Deutschland hinzu. So im Nachhinein wissen wir aber nicht mehr woher und wohin sie wollten. Kaum aus der Ortschaft hinaus, sahen wir schon die Hügelkette mit der ersten Ortschaft vor uns. Das sah ordentlich nach Höhenmetern aus und so war es auch.

Hier ging es steil hinauf Richtung Verdun
Hier ging es steil hinauf Richtung Verdun

Oben führte die nur wenig befahrene Straße immer auf dem Kamm fast schnurgerade und wellig Richtung Verdun. Auf der Hälfte tauchte schon ein Hinweisschild auf eine französische Stellung aus dem 1. Weltkrieg rechts des Weges auf. Wir schauten uns die betonierten Unterstände an. Die Erläuterungstafeln waren nur in französischer Sprache. Mit unseren bischen französischen Sprachkenntnissen konnten wir doch die Geschichte dieser Erinnerungsstätte nachvollziehen. Obwohl links und rechts alles bewaldet war, konnte man doch erkennen, daß der Boden eine einzige Granattrichterlandschaft ist. Das hörte auch bis Verdun und dahinter nicht auf. Einzig landwirtschaftliche Flächen wurden später eingeebnet. Einige Kilometer stießen wir auf die starkbefahrene Straße nach Verdun. Um aus der Stadt nicht wieder die Hügel nach Douaumont hinaufzumüssen, suchten wir uns einen Weg quer vor der Stadt. Ergebnis: Wir schoben unsere Räder über einen völlig ausgewaschenen Weg, der eher einem schotterigen, ausgetrockneten Bachbett glich, bis zur nächsten Straße hoch. Inzwischen war die Temperatur schon gut über 30°C und dementsprechend floß der Schweiß. Als erstes führte uns der Weg nach Fort Vaux, welches wir von außen besichtigten.

Fort Vaux
Fort Vaux

Auch hier Trichter an Trichter und zerstörte, befestigte Geschützstellungen. Die 30cm starken Stahlabdeckungen lagen teilweise in wie Teilen neben den Verbunkerungen.

Fort Vaux Geschützturm
Fort Vaux Geschützturm

Von dort fuhren wir an dem völlig zerstörten und nie wieder aufgebauten Dorf Fleury-devant-Douaumont nach Ossuaire de Douaumont, wo sich die Nekropole und davor am Hügel abfallend das riesige Gräberfeld befindet. Unzählige weiße Kreuze sorgen für ein beklemmendes Gefühl, zumal wenn man registriert, daß auf jedem Kreuz sich vier Namensplaketten befinden. Und daß sind nur die Gräber für die Franzosen.

Douaumont
Douaumont

Verdun_Nekropole
Nekropole

Deutsche Soldatenfriedhöfe gibt es auch, aber die liegen im weiteren Umfeld. Was muß mein Großvater hier wohl ausgehalten haben; erzählt hat er niemals davon. Bevor er starb, war ich noch zu jung um ihn zu befragen. Die Hitze machte uns doch jetzt zu schaffen und wir tranken im nächsten Restaurant ein Citron Presse. Nach Verdun in die Stadt ging nun gut bergab und danach durch eine ziemlich häßliche Vorstadt mit dem üblichen Gemisch aus Autohändlern, Baumärkten und Tankstellen in die Innenstadt. Sie wurde nach den Verwüstungen nicht sehr hübsch wieder aufgebaut. Quartier bezogen wir in einem kleinen Hotel in einer Seitenstraße. In der Flanierzone an der Meuse fanden wir eine Pizzeria für das Abendessen.

Tagesstrecke: 66km, mehr mag man bei der Hitze nicht.

 

  1. Tag 08.08.2015

Die neue Zielrichtung heißt Luxembourg uns so machten wir uns auf den Weg Richtung Norden linksseitig an der Meuse entlang. Wenig Verkehr und ein wenig welliges Land. Nach einigen Kilometern erhob sich links die Höhe „Toter Mann“, die 1916 traurige Berühmtheit erlangte. Allerdings hieß die Höhe auch vorher schon so. Rechts der Straße waren die Weiden, sehr nass, nach 1918 nicht planiert worden, währen die links der Straße trocken gelegenen Äcker eingeebnet wurden. Auch hier wurde am Straßenrand Infotafeln über ein zerstörtes und nicht wieder aufgebautes Dorf aufgestellt. Angenehm stellte ich fest, daß die Schilderungen der Ereignisse, wie auf den anderen Tafeln auch, sehr sachlich und ohne Schuldzuweisungen auskommen. Danach verließen wir die ehemalige Kampfzone und fuhren durch welliges Land unserem heutigen Ziel Luxembourg entgegen. Womit wir nun überhaupt nicht gerechnet hatten: Hinter uns fuhren Radreisende heran. Ein Paar im Pensionsalter aus Holland, wie wir beim Klönen erfuhren. Kurze Schilderungen unsererseits, woher wir kommen und wohin wir wollen. Die beiden waren in Barcelona gestartet und fuhren der Heimat entgegen. Schon durch fast Frankreich durch. Chapeau! Die Holländer fuhren davon; sie waren etwas schneller unterwegs. Bislang dahin hatten wir, außer den Reisenden aus Deutschland, nur zwei junge Damen auf Reise in den Vogesen gesehen. Laut Karte lockt uns bei Marville ein See zum Baden. Eine mittlerweile verfallene Freizeitanlage lag an dem einen Ufer und der See schien umgekippt. Kein Wunder, wurden doch Pferde durch das flache Wasser geführt, die auch fleißig äppelten. Wir verzichteten auf unsere ersehnte Abkühlung. In Marville blieben wir über Nacht.

Tagesstrecke: 58,4km

 

  1. Tag 09.08.2016

So kurz vor Luxembourg fuhren wir erst in schöner Landschaft an der Chies entlang. Aber danach wurde ist eindeutig trostloser. Die Dörfer sind fast alle ziemlich trist. Bars und Lebensmittelgeschäfte fehlen völlig. Wir mußten ganz schön lange gegen Mittag mit Kohldampf fahren. Nächstes Dorf: Nichts, nächstes Dorf: Nichts. Aber dann und ganz unvermutet entdeckten wir in so einem Tristdorf ein Edelbistro. Nichts wie rein und staunen: Happy Hour bei schönsten Ambiente. Für ein paar Taler hatten wir lecker schmeckende Snacks und Getränke. Bevor wir Differdange in Luxembourg über eine kurvige und gut ansteigende schmale Landstraße erreichten durften wir den Tanktourismus live erleben. Aber nun: In Frankreich noch trist, in Luxembourg alles freundlicher und wirtschaftlich belebter. In Differdange schoben wir vor dem Eisessen noch mit dem Rädern über den Flohmarkt und fanden an einem Verkaufstisch Teile unseres Frühstücksservice von Villeroy & Boch. What a pitty, wir müssen es sausen lassen; wie mit dem Rad heil nach Hamburg bringen. In Faetz bezogen wir dann Quartier um am nächsten Tag gen Luxembourg Stadt zu starten.

Tagesstrecke: 71km, war nicht so heiß, deshalb nun etwas mehr Strecke.

  1. Tag 10.08.2016

Es geht weiter auf dem gut ausgebauten und beschilderten Radwegenetz nach Luxembourg Stadt. Bei 23° C und eher wolkigen Wetter gab es einige wenige Regentropfen. In der Stadt war es dann wieder sonnig. Oben von der Festung hat man einen wunderschönen Ausblick.

Luxembourg
Luxembourg

Für einen Bummel durch die Stadt suchten wir eine sichere Abstellmöglichkeit für unsere Räder und das Gepäck, aber leider konnte uns auch die Tourismusinformation nichts bieten. Da besteht noch Nachholbedarf. Auch wollte uns der Graf von Luxembourg nicht empfangen, obwohl wir das unsinnige platte Lied aus den 60ern pfiffen. Wir schoben also unsere Räder durch die Stadt und ersetzten Christels aufgelöste Sportschuhe durch ein neues Paar. Danach ging es weiter relativ eben bis Mersch. In diesem Teil von Luxembourg gibt´s kein Tourismus und dementsprechend sieht es etwas mager aus. In Mersch bezogen wir ein Zimmer in einem Motel hinter dem Einkaufszentrum. In diesem befindet sich ein Italiener von riesigem Ausmaß, aber unsere Nudelgerichte waren richtig lecker. Danach verzogen wir uns auf unsere Zimmer und schauten uns noch das DFB-Pokal Spiel St. Pauli gegen Mönchengladbach an. Hat Pauli erwartungsgemäß verloren, aber sie spielten richtig toll und hielten gut mit.

Tagesstrecke: 60km

  1. Tag  11.08.2015

 

Weiter geht es Richtung Norden in Luxembourg. Wir verlassen das Radwegenetz, weil wir auf ziemlich direktem Wege den Vennbahn-Radweg ab Troisvergiers ansteuern wollen. Zunächst radeln wir an der Sure in schöner Landschaft und flach dahin. Später haben wir den wieder die Hügel zu fassen, aber die Landschaft ist weiterhin schön. Da es schon wieder sehr sonnig und warm ist, steuern wir einen in der Karte eingezeichneten See an. Leider entpuppte sich dieser als Stausee zur Stromerzeugung. Eingezäunt konnten wir nicht einmal illegal uns abkühlen. Die Gaststätte unterhalb der Staumauer suchten wir dann auf. Die eiskalte Cola war genau richtig; normalerweise verschmähen wir diese Brause. So ein bischen erfrischt ging es weiter. In der letzten Unterkunft hatte uns schon der Besitzer erzählt, daß diese Gegend nicht gerade touristisch erschlossen ist. Eine angesteuerte, nett anzusehende Ferienanlage war leider ausgebucht und wir fuhren auf Nebenstrecken weiter. Sobald man eine Hauptstraße erwischte, war der Verkehr mörderisch. Also ganz wie in Deutschland. Es wird gefahren als gäbe es keine nächsten Morgen.  In Hosingen fanden wir dann einen Campingplatz, der auch kleine und einfache Zimmer anbot. Wir schlugen für kleines Geld zu. Die angeschlossene Gaststätte lud nicht gerade zum Abendessen ein. Verraucht und einige besoffene Typen ließen uns das Weite suchen. So eine Spelunke hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Im Ort gab es ein Chinesen, bot zwar nur Durchschnittskost, aber was besser als gar nichts.

Tagesstrecke: 59km; Mersch – Ettelbruck -Hosingen

 

  1. Tag 12.08.2015

Leider bot der Campingplatz keine Frühstücksmöglichkeit. Wir haben den Bäcker im Ort genutzt, leider an der vielbefahrenen Hauptstraße gelegen. Ein LKW nach dem anderen donnerte direkt vor dem Fenster vorbei. Also kein Highlight der Reise, aber wir bogen, nach der Sättigung auf die Fahrräder gestiegen, auf die Nebenstraßen ab und strebten Troisvergiers zu. Hier fängt der Vennbahn-Radweg an, den wir bis Aachen nutzen wollen. Nach kurzem Beginn auf der Bahntrasse wurden wir abgeleitet und über den Berg geschickt. Die Beschilderung war teilweise sehr rudimentär, aber wir fanden trotzdem den Weg. Der Grund für die Ableitung ist der ehemalige Bahntunnel, der wegen der Fledermäuse auch im Sommer nicht freigegeben ist. Das kennt man von dem Milsebergtunnel in der Rhön anders. Nach dem Tunnel ging es dann auf der Trasse weiter. Viele aufgestellte Tafeln informierten über die Geschichte und Bedeutung der Bahnstecke. Die umfangreichste Nutzung fand vor dem 1. Weltkrieg statt, die Teile, die heute in Belgien liegen, damals als Eupen-Malmedy zum Deutsche Reich gehörten. Nach dem Krieg fand die Strecke niemals wieder zu ihrer Bedeutung zurück, weil hohe Zölle sie unwirtschaftlich machten. Heute behindern die Grenzen den Radverkehr nicht mehr und wir sollten uns immer bewußt sein, welchen Fortschritt wir in der EU genießen dürfen. Wir schätzen das Radfahren auf Bahntrassen: Abseits vom Verkehr und landschaftlich oft schöngelegen. Für Bergfexe ist das natürlich nichts, aber nach den vielen Höhenmetern, die hinter und vor uns liegen, einfach entspannend. Während der Weiterfahrt war oft nicht zu erkennen, in welchem Land man sich befindet. Gegen späten Nachmittag fanden wir eine Unterkunft in einem Kloster in Montenau. Das gehört zu Belgien und konnte man im Ort auch am Stil der Häuser erkennen.

Tagesstrecke: 72km, Hosingen – Troisvergiers – St.Veit – Montenau

 

  1. Tag 13.08.2015

Nach unserem etwas spartanischen Klosteraufenthalt nahmen wir den kurzen Weg zum Vennbahn-Radweg gen Aachen. Schönes Fahren auf befestigten und unbefestigten Abschnitten. Bei einigen Dörfern und Kreuzpunkten der ehemaligen Bahnen wurden wir von der Trasse abgeleitet. Oft waren Brücken zerstört oder Teile der Trasse Grundstücken zugeschlagen worden.

In Monschau, der Bahnhof ist oben und die Stadt ist im Tal, wollten wir Pause machen. Vom ehemaligen Bahnhof ging es steil bergab ins Tal. Dort angelangt reihten wir uns in die Autoschlange ein, die den vor der Stadt gelegenen Parkplätzen zustrebten. Fast alle Autos hatten gelbe Nummernschilder. Es war wieder sehr warm und wir hatten glücklicherweise draußen vor dem Restaurant ein Plätzchen im Schatten gefunden. Ein schönes Städtchen. Ich war zuletzt in der Schulzeit dort auf Klassenreise. Wir durften uns als Projekt an der Verkleidung der Stadt durch Christo abarbeiten.

Danach hieß es wieder zurück auf die Bahntrasse. Ca. 40km vor Aachen ging es dann nur noch bergab. Kurz vor Aachen sahen wir Gleise, und die wurde gerade erneuert und wo noch in Ordnung neu geschottert. Es scheint so, als ob der Teil als Vorortbahn wieder in Betrieb genommen werden soll. Wir folgten der Trasse in weitem Bogen nach Aachen mit Blck von der Brücke auf Kornelimünster hinein und suchten für die Übernachtung die Jugendherberge auf. In der Nähe fanden wir ein schönes Gartenlokal mit bayrischen Speisen und Bier. Lecker.

Tagestrecke: 95km, Montenau – Monschau- Aachen

 

  1. Tag 14.08.2015

In Aachen beratschlagten wir erst einmal, wie es weitergehen soll. Ursprünglich sollte die Reise in Aachen oder Köln enden, aber das sind wir nun 7 Tage früher angekommen. Für die Planung Richtung Norden gen Hamburg zu fahren, hatten wir nicht alle Karten dabei. Also sind wir erst einmal in die Innenstadt aufgebrochen. In einem Bücherladen am Dom fanden sich die gewünschten Karten für Radfahrer im Maßstab 1:150.000. Wir ließen die Gegend nördlich von Hannover aus; das kennen wir, da brauchen wir keine Karten. Unsere neue Planung sah nun vor, über Bonn/Köln an die Sieg und dort bis Kirchen, wiederum über eine Bahntrasse and die Ruhr und von dort querfeldein Richtung Hannover.

Nun erst einmal los an den Rhein. Wir schauten uns die niedliche Stadt Kornlimünster an, die uns einen Tag vorher beim Anblick von der Eisenbahnbrücke von einem Spaziergänger empfohlen wurde. Die Landschaft wurde nun langsam flacher. Wir passierten Düren. Was für eine trostlose Stadt: Grau, trist und vom Autoverkehr erwürgt. In der Nähe suchten wir einen See (Badesee) zur Mittagspause auf. Das Wetter war nun kühler und wenig sonnig. Lust zum Baden hatten wir nicht. Zum Rhein schafften wir es heute nicht mehr, in Lechenich übernachteten wir.

Tagesstrecke: 79km, Aachen – Kornlimünster – Stolberg – Düren – Lechenich

 

15.  Tag 15.08.2015

Am Rhein angekommen, folgten wir dem Fluß eine Weile aufwärts und querten den Rhein bei Bonn. Vorher in Brühl stolperten wir über das Schloß

Schloß Brühl
Schloß Brühl

und schauten uns in dem schönen Garten um. Versailles stand Pate.

Park Schloss Brühl
Park Schloss Brühl

Wir fanden den Einstieg zum Sieg-Radweg, den wir flußaufwärts nahmen. Anfangs wurden wir von, aus unserer Sicht, unendlich vielen Autobahnen begleitet, aber das gab sich doch nach kurzer Zeit. Ab  Siegburg wurde es schöner. In Eitorf machten wir Schluß und quartierten uns in einem besseren Hotel ein. Für den nächsten Tag wurde Regen ohne Ende angesagt.

Tagesstrecke: 75km, Lechenich – Brühl – Wesseling – Bonn – Hennef – Eitorf

 

  1. Tag 16.08.2015

Morgens aus dem Fenster geschaut: Es regnet ohne Unterlass, getreu dem Motto, angekündigtes gutes Wetter kommt oft nicht, aber schlechtes Wetter mit Sicherheit. Schnell zur Tankstelle geradelt, Zeitung besorgt und dann haben wir uns in den Wellnessbereich begeben. Es hörte auch den ganzen Tag nicht auf zu regnen.

 

  1. Tag 17.08.2015

Es regnet immer noch. Wir schauen uns die Augen: Noch einen Tag abhängen? Nein, wir sind kribbelig. Also los, vielleicht wird es im Laufe des Tages trocken. Weiter geht es die Sieg aufwärts. Leider hört der Sieg-Radweg bald auf und wir müssen uns auf die doch gut befahrene Straße begeben.

In Kirchen standen wir vor einem Straßentunnel, der für Fahrräder gesperrt ist. Wie nun weiter? Hinweisschilder für Radfahrer gibt es nicht, warum auch an dies denken, wir sind schließlich in Autofahrer-Deutschland. Wir haben uns dann durchgefragt. Der Regen ließ nicht nach und wir haben außerhalb von Kirchen oben am Hang ein schönes Hotel gefunden, wo wir dann pitschnaß ein schönes Zimmer bezogen.

Tagesstrecke: 66km, Eitorf – Kirchen

 

  1. Tag 18.08.2015

Wir starteten zwar ohne Dusche vom Himmel; es war grau in grau und feucht. Auf den Ruhr-Sieg-Radweg abgebogen, den wir bis Finnentrop folgten. Am Biggesee wurde es endlich sonnig und wir konnten dort in einem Cafe Kaffee und Kuchen haben. Finnentrop erwartete uns mit seinem unvergleichlich Charme einer abgewirtschafteten Industriestadt. Die Jugendherberge lag etwas weiter davor, haben wir als solche irgendwie nicht wahrgenommen und ein Zurück gibt es nicht. Wie Finnentrop war auch das Hotel: Abgeranzt! Zum Essen mußte eine Dönerbuder herhalten.

Tagesstrecke: 75km, Kirchen – Freudenberg – Attendorn – Finnentrop

 

  1. Tag 19.08.2015

Es geht weiter auf der Bahntrasse gen Ruhr. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen genossen wir die schöne Landschaft.

Landschaft Ruhr-Sieg
Landschaft Ruhr-Sieg

Durch den Fledermaustunnel ( 698m ) hindurch und danach weitgehend abschüssig.

Die Landschaft wurde weitläufiger, blieb aber hügelig. Wir bogen auf den Ruhr-Radweg ab, folgten ihm ein kurzes Stück. Da wir noch Zeit haben, wollen wir erst einmal Richtung Hameln weiterfahren. Also quer durch soll es gehen. In Alme machten wir für diesen Tag Schluß.

Tagesstrecke: 76km,  Finnentrop – Eslohe – Meschede – Brilon ( außen vorbei, kannten wir von der der Wanderung auf dem Rothaarsteig ) – Alme

 

  1. Tag 20.08.2015

Der Tag bescherte uns wieder den ersehnten Sonnenschein und wir machten uns Richtung Paderborn auf. Am Anfang ging es Kilometer um Kilometer bergab und danach wurde es flach. Mittags haben wir im Schloßpark bei Paderborn unsere Mittagsrast gemacht. Würstchen und Brötchen kamen richtig gut. Nun ging es weiter bis Bad Lippstadt zur Übernachtung.

Tagesstrecke: 87km, Alme – Büren – Paderborn – Hövelhof – Bad Lippspringe

 

  1. Tag 21.08.2015

Heute war unsere Tour doch etwas gemischt. Schöne und ruhige Strecken, wurden öfters durch Straßen mit viel Verkehr unterbrochen Am Schiedersee haben wir Rast in einer Freizeitanlage/Campingplatz gemacht. Es war nicht viel los, aber wenn Nordrhein-Westfalen Schulferein hat, dürfte es hier anders aussehen. Wir fuhren zur Unterkunftssuche nach Hameln hinein. Überall wurde Bezug auf die Ratten genommen. Unser Abendessen genossen wir in einem Restaurant mit bayrischer Küche und Bier, auch lecker.

Tagesstrecke: 76km,  Bad Lippspringe – Horn – Bad Meinberg – Lüdge – Emmerthal – Hameln

 

  1. Tag 22.08.2015

Heute ist unser letzter Tag der Reise und wir wollen erst am Abend nach Hause. Neue Planung: Von Hannover soll es mit der Bahn zurückgehen. Wir können mit dem Metronom von dort aus bequem zum Hauptbahnhof kommen und die Fahrradabteile sind sehr geräumig. Zu Beginn haben wir uns durch das Naturschutzgebiet Osterwald gewagt. Teilweise sehr anstrengend mit heftigen Steigungen auf Schotterwegen, aber sehr schön. Der Osterwald ist durch eine 16km lange Mauer umschlossenes Saugehege der Welfenkönige. Nur durch Pforten kommt man hinein.

Durchlass
Durchlass

Autos müssen draußen bleiben.

Fluss

Nach Hannover und hinein fuhren wir nur im Grünen. Guter Abschluß der Reise.